Die Aufarbeitung der deutschen Verbrechen im Nationalsozialismus hat am Donnerstag eine neue Stufe erreicht, die dem eigentlich vernünftigen Anliegen mehr schadet als nutzt. Erstmals in der Geschichte ist in Brandenburg ein Hundertjähriger ehemaliger SS-Man vor Gericht gestellt worden. In Hamburg wartet derweil eine 96-jährige auf ihren Prozess am 19. Oktober. Bei beiden ist fraglich, ob sie das Ende der Prozesse überhaupt noch erleben. Eine Haft wird keiner antreten müssen. Bewährungsauflagen oder die Erwartung von Resozialisierung nach 76 Jahren bürgerlichen Daseins ohne Hakenkreuz sind hochgradig albern. Buße – für welche Verfehlung auch immer in ihrem Leben – werden beide nur noch mit ihrem himmlischen Schöpfer ausmachen.
Meinung Greise vor Gericht
Olaf Amm 07.10.2021 - 19:05 Uhr