Der Worte sind genug gewechselt,lasst mich auch endlich Taten sehn!“, heißt es im „Faust“. Bitteschön, wir sind in Thüringen, wo die Dichter und Denker der Nation bekanntlich auf einem Sockel stehen. Seit Sonntag diskutiert die Republik, was die Wahlen im Osten wohl zeitigen – außer allgemeiner Bestürzung über das Abschneiden radikaler Parteien. Ehe sich die Interpretation des Wahlergebnisses darauf konzentriert, ob Thüringen künftig noch regierbar ist – und wenn ja, von wem – sei noch einmal daran erinnert: Das Wahlvolk ist der Souverän in unserem Land. Und das hat am Sonntag klargemacht: So geht es nicht weiter. Die Botschaft richtet sich an die Ampelparteien, wo der ein oder andere noch Mühe hat, überhaupt zu erkennen, worum es geht. Migrationspolitik sei nicht das Thema gewesen, das die Menschen umgetrieben hat, meinte etwa Grünen-Chefin Ricarda Lang am Wahlabend. Ihr ist baldige Erhellung zu wünschen. Und der Ampel eine „Faust“-Lektüre. Worte alleine nützen allem faden Demokratiegerede zum Trotz nämlich nur radikalen Parteien. Zwei Drittel aller Deutschen plädierten laut ARD Deutschlandtrend schon vor einem Jahr dafür, Migration zu begrenzen. Im Osten gab es dazu nun auf völlig demokratischem Weg eine klare Ansage: Jetzt ist die Zeit für Taten.
Meinung Der Worte sind genug gewechselt
Peter Lauterbach 02.09.2024 - 22:15 Uhr