Da stehen sie, junge Menschen in Produktionshallen. Sie montieren Bauteile, fräsen, prüfen. Es sieht aus wie jeder andere Beruf. Und doch sind es Waffen, die da entstehen. Bilder, die nicht loslassen. Weil sie so normal wirken – und es nicht sind. Wir reden über eine Industrie, die wächst. Über Aufträge, die sichere Arbeitsplätze schaffen. Ein Wirtschaftsfeld, das boomt. Was tun wir hier eigentlich? Ist das die Richtung, in die wir unsere Zukunft lenken wollen? Vor nicht mal hundert Jahren hat Deutschland Waffen in gigantischem Ausmaß produziert. Mit Folgen, die unauslöschlich in unsere Geschichte gebrannt sind: verbrannte Städte, Millionen Tote, Generationen voller Schmerz. Und nun? Jetzt tragen wir Wachstumskurven der Rüstungsbranche vor, als wäre es das Normalste der Welt. Sollten wir nicht längst in ganz andere Richtungen denken? Wir könnten Technologien entwickeln, die den Hunger bekämpfen. Wir könnten Forschung finanzieren, die das Klima rettet. Wir könnten die Energie junger Menschen in Ideen lenken, die Frieden schaffen – nicht Kriege ermöglichen. Stattdessen diskutieren wir über Wehrpflicht. Über die Notwendigkeit, den „Friedensstandort Deutschland“ militärisch abzusichern. Und währenddessen verdienen Menschen ihr Geld damit, Dinge herzustellen, die einzig dazu taugen, andere Menschen zu töten. Was wir gerade tun, fühlt sich an wie ein gefährlicher Rückschritt. Wir haben eine Verantwortung. Den Kindern gegenüber, den kommenden Generationen. Ihnen eine Welt vorzubereiten, in der sie keine Waffen mehr brauchen. Wann werden wir endlich wach? Wann schaffen wir es, den Blick zu weiten – und eine Epoche zu beginnen, die wirklich unserer Zeit gerecht wird? Es eilt. redaktion@insuedthuerigen.de