Den stattlichen Meininger Weihnachtsbaum als Fremdkörper zu bezeichnen, wäre sicher stark übertrieben. Eine heimische Tanne, Fichte oder Kiefer ist es jedenfalls nicht, die jetzt neben dem Heinrichsbrunnen auf dem Markt steht. Allein der Fachmann weiß, in dem Fall der städtische Forstwirtschaftsmeister Sebastian Dummer, dass es sich um die Große Küstentanne (Abies grandis) handelt, die im Westen Nordamerika beheimatet ist und sich durch eine breite Standortpalette, hohe Produktivität und ein geringes Invasionspotenzial auszeichnet. Sie empfiehlt sich in Zeiten des Klimawandels als stabile Mischbaumart. Die Stadt hat damit also keine serbische Weißtanne, wie zwischenzeitlich mal durch den Wald geraunt wurde, sondern ein Gewächs von einem anderen Kontinent in ihrer Mitte.