Im „Don Giovanni“ haben Mozart und sein Textdichter Lorenzo Da Ponte gleich zwei direkte Verweise eingebaut, die sich auf andere Werke des Librettisten beziehen. Der eine auf Cherubinos „Voi che sapete“ aus „Le nozze di Figaro“. Wenn diese Melodie anklingt ist das heute ein hübscher Déjà-vu-Effekt für jeden Mozartfreund. Der andere Hinweis aber nennt „Una cosa rara“ (Der seltene Fall) des Mozartzeitgenossen und -konkurrenten Vicente Martín y Soler (1754-1806) beim Namen. Wenn die Bühnenmusik die Melodie des Sextetts „Oh quanto un si bel giubilo“ zitiert, kommentiert Don Giovannis Diener Leporello das mit den Worten „Bravi! Cosa rara!“. Zumindest das Meininger Publikum weiß seit der jüngsten Premiere jetzt nicht nur so ungefähr, sondern genau, was Leporello damit meint.
Meininger Theater Königin trifft Wildschweinfamilie
Roberto Becker 02.06.2024 - 11:47 Uhr