Meininger für Sri Lanka Rekordspende - dringend gebraucht

Im Meininger Weihnachtswald bot Julia Fischer für den Verein Dry Lands Project Selbstgemachtes zugunsten des Angels Home for Children in Sri Lanka an – mit einem starken Spendenergebnis.

Ein guter Platz für Mädchen aus schwierigen sozialen Verhältnissen in Sri Lanka: das Angels Home for Children, das von Spenden lebt. Foto: privat

Über Wochen liefen die Vorbereitungen für den Meininger Weihnachtswald am Töpfemarkt. Julia Fischers Mutti sammelte Fläschchen und bereitete ihren beliebten Eierlikör vor, Patenmama Andrea Bode häkelte süße Püppchen und sogar Papa Wolfgang saß trotz gesundheitlicher Probleme in der heimischen Küche und rollte Rumkugeln. So war es immer und so sollte es auch in diesem Jahr sein. Viele emsige Helferlein vereinten ihre Kräfte für eine gute Sache - kochten, backten, nähten, bastelten, malten, strickten und experimentierten, um möglichst viele außergewöhnliche selbst gemachte Produkte zu schaffen, die am 3. Adventswochenende für bedürftige Mädchen in Sri Lanka veräußert wurden. 15 Jahre lang lebte und arbeitete die Meiningerin Julia Fischer in dem kleinen Inselstaat im Indischen Ozean. Gemeinsam mit ihrem Projektpartner Frank Lieneke aus Lengerich baute sie unter erschwerten Bedingungen ein Kinderheim für Mädchen auf. Das Projekt finanziert sich fast ausschließlich über private Spenden und ohne die Hilfe von Pateneltern und Sponsoren – viele auch aus Meiningen und Umgebung – ginge es nicht. Julia Fischer hielt deshalb immer den Kontakt zur Heimat, informierte im Meininger Tageblatt und stellte Vorträge und Spendenaktionen auf die Beine. So entstanden Kontakte und Freundschaften zu Unterstützern. Der beliebte Stand mit selbst gemachten Produkten war von Anfang an fester Bestandteil im Meininger Weihnachtswald. Seit zwei Jahren kann Julia nun auch selbst mit dabei sein.

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Sri Lanka steckt noch immer in einer tiefen politischen und wirtschaftlichen Krise. Von den Bombenanschlägen 2019 bis zum aktuellen Staatsbankrott verschärfte sich die Situation stetig. Besonders die Corona-Krise hatte dramatische Auswirkungen: den kompletten Rückgang an Touristen und Freiwilligen, die sonst einen wesentlichen Beitrag zum Projekt leisten. Erst vor wenigen Tagen berichtete Frank Lieneke aus Sri Lanka, dass 2023 zur größten finanziellen Herausforderung für das Angels Home seit dessen Gründung 2005 wurde. Die Spenden gingen um 64 Prozent zurück, sodass wichtige Reparaturen oder gar Neuanschaffungen unmöglich waren. Die Streichung der 50-prozentigen Stromkostenermäßigung für soziale Einrichtungen bei gleichzeitigem Anstieg der Strompreise um 246 Prozent stellt Lieneke und sein Team vor enorme Probleme. Die Lebenshaltungskosten stiegen ins Unermessliche – bei Lebensmitteln auf das Doppelte bis Zehnfache.

Umso mehr freut sich Julia Fischer, dass viele Besucher zum Weihnachtsstand kamen und das Projekt mit einer Spende unterstützten. Besonders liegt ihr am Herzen, dass die Gelder für Schulmaterial, Nachhilfe und Schultransport aufgebracht werden können. Denn Bildung sei die einzige Chance der Mädchen. Sie sind stark geprägt von ihren (oftmals asozialen) Familienstrukturen und einer Gesellschaft, in der Frauen nicht für höhere Abschlüsse oder gar Führungspositionen vorgesehen sind. Gerade da möchte der Verein Dry Lands Project e.V. ein Zeichen setzen.

Vor knapp zwei Jahren verlegte Julia Fischer schweren Herzens ihren Lebensmittelpunkt nach Meiningen. Zu frustrierend und nervenaufreibend waren ihr die Lebensumstände geworden, zu groß die Distanz zu Eltern, Freunden und Heimat. Dennoch liegt ihr das Angels Home for Children noch immer sehr am Herzen und sie unterstützt das Projekt, so gut sie kann. Neben ihrer Arbeit in der Tourist-Info Meiningen hilft die 40-Jährige bei der Buchführung, Spendenakquise und Kontaktpflege mit Pateneltern und Sponsoren. So betreute sie jetzt mit ihrer Freundin Andrea Bode den Stand im Weihnachtswald. Neben vielen Privatpersonen hatten die Kindergärten „Pusteblume“ in Herpf sowie „Heiligenland“ in Suhl fleißig gebastelt und auch die Senioren vom Altenpflegezentrum „Werra-Aue“ in Walldorf steuerten etwas bei. Eine Besonderheit war l die Auktion für ein unikates Gemälde. Eine begabte Meininger Künstlerin setzte den Sächsischen Hof malerisch in Szene. Das Bild erzielte ein Höchstgebot von 200 Euro. Insgesamt kam bei der Aktion im Weihnachtswald eine stolze Summe von 1978 Euro heraus – das bisher höchste Spendenergebnis, worauf alle Helfer stolz sind. Julia Fischer und Projektleiter Frank Lieneke bedanken sich bei allen Mitwirkenden und Besuchern. Zum Weihnachtsfest wird er den Mädchen im Angels Home auch in diesem Jahr wieder eine kleine Freude bereiten.

Mehr Infos zum Dry Lands Project e.V. sowie Blogeinträge von Julia Fischer und Frank Lieneke findet man auf der Webseite www.dry-lands.org – ebenso Kontaktformulare für Patenschaften oder Freiwilligendienst.

Spendenkonto: Dry Lands Project e.V.

Stadtsparkasse Lengerich

IBAN: DE 96 4015 4476 0001 0987 22

BIC: WELADED1LEN