Als sich der Komponist und Dirigent Max Reger als Hofkapellmeister in Meiningen bewarb, gab es nicht nur Positives über ihn zu berichten. „Soll trinken“ hatte Oberhofmarschall Leo von Schleinitz hinter seinem Namen auf der langen Liste der rund 20 Anwärter notiert. Trotz dieses Makels fiel die Wahl des Herzogs Georg II. auf den damals 37-jährigen Musikus. Diese Entscheidung hatte Reger vor allem der Fürsprache des früheren Meininger Hofkapellmeisters Fritz Steinbach zu verdanken, dessen Wort beim Fürsten viel zählte. Folgenlos blieb der Hinweis des Hofmarschallamtes dennoch nicht. Immer wenn Reger vom Herzog zum Essen in kleiner Runde ins Schloss Elisabethenburg eingeladen wurde – und das passierte während seiner Zeit als Meininger Kapellmeister von 1911 bis 1914 immerhin zwölf Mal –, dann fehlten die sonst üblichen alkoholischen Getränke auf der Festtafel.