Die Meininger Brunnen sind zum größten Teil im Betrieb. Vor der Stadtkirche sprudelt es unterm Heinrich bereits. Auch beim Gänsemännchen am Henneberger Haus fließt das Wasser schon seit Tagen durch die Gänse-Schnäbel. Einzig der Bechsteinbrunnen will noch nicht mit dem Plätschern beginnen. Das Becken ist einer dicken Moosschicht und klitschigen Algen bedeckt. Höchste Zeit für den Frühjahrsputz. Doch bevor das überhaupt Sinn ergibt, müssen andere Arbeiten angegangen werden, wie sich zum Start der Woche zeigte. Denn ein Brunnen funktioniert nur so gut wie die Leitungen im Inneren. Sind diese undicht, tritt Wasser aus und der Substanz drumherum geht es an den Kragen. Dieses Problem hat auch der Märchenbrunnen im vergangenen Sommer gehabt. Durch einen Rückstau der Speier suchte sich das Wasser seinen eigenen Weg. Es tropfte links und rechts aus den Fugen der „Seitenwangen“. Diese wurden nun abmontiert. Seit dem Beginn der Woche liegen die Steine mit dem Märchen-Relief in Dreißigacker bei Frank Krieg, dem Inhaber des Familienunternehmens Steinmetz Krieg. Um an das Innere zu kommen, mussten diese nämlich komplett vom Brunnen gehoben werden. Sorgen um einen Frühling ohne Märchenbrunnen müssen sich die Spaziergänger jedoch nicht machen. Torsten Nachreiner, der Brunnenverantwortliche der Meininger Stadtverwaltung, schätzt, dass diese Arbeiten in zwei bis drei Wochen abgeschlossen sind. Dann wird es im Englischen Garten blühen und das Wasser am Dichter-Brunnen fließen – wenn alles nach Plan läuft. Denn abgesehen von diesem Problem, sei „der Brunnen in gutem Zustand“, so Nachreiner. Auch die anderen Wasserspender machen derzeitig keine Faxen. Es sei denn, Unvernünftige verstopfen die Rohre mit kleinen Stöckchen, so wie gerade am Gänsemännchenbrunnen geschehen. Mit Glück wird daraus keine Großbaustelle. Genug Zeit also, um sich in der Zwischenzeit den Aufgaben zu widmen, die zukünftige Komplikationen abwenden. Wie am Brunnen in der Oberen Kaplaneigasse. Hier wurde der Zugang vor vielen Jahren deutlich zu klein geplant und soll vergrößert werden. So können Mitarbeiter bei Bedarf nach unten zu den Ventilen klettern, wie bei den meisten anderen Brunnen auch. Größere Herausforderungen bringen jedoch die kommenden Jahre mit sich. Salzmannquelle, Dreißigäckerer Quelle und die Kirchbrunnenquelle sind sanierungsbedürftig. Denn ständig der Natur ausgesetzt, muss vor allem an Wasseranlagen wie Zierbrunnen und Quellen immer wieder Hand angelegt werden. Nur so können sie erhalten werden.