Meiningen. Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen. Genauso wichtig ist ein Dach über dem Kopf das Geborgenheit gibt. Wenn es um die eigenen vier Wände geht, dann stehen ein Eigenheim oder eine Eigentumswohnung ganz oben auf der Wunschliste vieler Familien. Vielfach bleibt dies aber ein unerfüllter Traum oder die Finanzierung wird letztlich ein Kraftakt, der nicht mehr gestemmt werden kann. Dann kommt mitunter das bittere Ende in Form einer Zwangsversteigerung.
Die drei Rechtspfleger am Amtsgericht Meiningen haben viel zu tun. Die Gründe, weshalb ein Vollstreckungsobjekt bei ihnen auf dem Tisch landet, sind vielfältig. Im privaten Bereich sind es oft Hausfinanzierungen, die nicht mehr geschultert werden können. Auf dem Wirtschaftssektor sind es meist Auswirkungen von Firmeninsolvenzen. Die Dramen, die sich in so manchen Fällen vorher abgespielt haben mögen, bekommen die Rechtspfleger ist der Fall einmal bei ihnen gelandet meist nicht mehr mit. Dies können sie nur erahnen. Denn dann geht es darum, das Objekt meistbietend zu versteigern was den einstigen Besitzern wenigstens ein bisschen finanzielle Erleichterung verschafft.
Die Auswirkungen wirtschaftlich schwieriger Zeiten sind bei Gericht immer erst zeitversetzt zu spüren, weiß Rechtspfleger Michael Zeiske. So ist das auch bei der aktuellen Wirtschaftskrise. Denn bevor ein Versteigerungsobjekt unter den Hammer kommt, gehen freilich zahlreiche Bemühungen voraus vielleicht doch noch etwas im Sinne des Schuldners geradezubiegen.
Viele Ursachen
Auch Banken, so die Erfahrungen der Meininger Rechtspfleger, würden in den meisten Fällen erst noch viele Möglichkeiten für die Betroffenen ausloten, das Haus oder die Eigentumswohnung zu retten. Selbst im laufenden Verfahren gebe es noch die Möglichkeit, eine Einigung zwischen Schuldner und Gläubiger zu erzielen, sodass das Eigentum für die Besitzer gerettet werden kann. Wenn jemand sein gesamtes Geld, seine Freizeit und seine ganze Arbeitskraft in das Häuschen gesteckt hat, dann ist solch eine Lösung für die Betroffenen natürlich ein Glücksfall allerdings kommt das eher selten vor.
Krankheit, plötzliche Arbeitslosigkeit oder Ehescheidungen sind Ursachen dafür, dass Wohnträume wie Seifenblasen platzen können. Auch bei Erbauseinandersetzungen, bei den sich die Angehörigen nicht gütlich einigen können, bleibt die Zwangsversteigerung oftmals der einzige Ausweg. Unfachliche Beratung im Vorfeld lässt die Schuldenfalle ebenfalls häufig zuschnappen. Nur die allerwenigsten Bauherren sind in der glücklichen Lage, ihre Immobilie komplett aus Eigenmitteln bezahlen zu können. Oft ist ein Kredit notwendig, der irgendwann nicht mehr getilgt werden kann.
So endet in Deutschland für sehr viele Eigenheimbauer jährlich der schöne Traum vom Haus im Alptraum in einer Zwangsversteigerung.
870 Verfahren
Des einen Leid, des anderen Freud das eine oder andere Schnäppchen lässt sich auf dem Versteigerungsmarkt im Vollstreckungsgericht am Meininger Amtsgericht machen. Allerdings gibt es keine Garantie gegen Sach- oder Rechtsmängel für das auf diesem Weg erworbene Haus oder Grundstück.
Rund 870 Verfahren bearbeiten die drei Rechtspfleger zurzeit beim Vollstreckungsgericht am Amtsgericht in Meiningen. Neben Privat- und Firmenimmobilien sind darunter auch Äcker oder Waldflächen.
Welcher Trend aus den derzeitigen Neueingängen abzulesen ist, kann momentan nicht ausgemacht werden, erläutert die Leiterin des Amtsgerichtes, Sigrun Kowalski. Denn bis März 2006 war Meiningen für die Grundbuchämter Hildburghausen, Bad Salzungen und natürlich Meiningen zuständig. Seit April 2006 ist noch von Suhl der Schmalkalder Raum hinzugekommen, jedoch wurden die Grundbuchbezirke Bad Salzungen und Hildburghausen an andere Vollstreckungsgerichte abgegeben.
Mindestens die Hälfte
Nur so viel können die Rechtspfleger abschätzen die Stadt Meiningen zählt nicht unbedingt zu den Schwerpunkten, an denen besonders viele Immobilen Häuser oder Eigentumswohnungen von ihren Besitzern nicht mehr gehalten werden können. Betrachtet man die Aushänge in den Fluren des Amtsgerichts, dann fallen vor allem Häuschen aus kleineren Ortschaften ins Auge sowohl ältere als auch neue Immobilien.
Eine Zwangsversteigerung kann jeder Gläubiger beantragen, in der Regel sind es aber die Banken, die dies tun. Das Interesse an den Objekten ist freilich unterschiedlich groß. Das liegt in der Natur der Dinge in welchem Zustand sich das Versteigerungsobjekt befindet, wo es sich befindet und wie hoch der festgesetzte Verkehrswert ist. Manchmal sind es auch Angehörige, die es ersteigern. In den seltensten Fällen sei der Saal mit Interessenten vollbesetzt.
Im Verfahren wird für den Verkehrswert das unbelastete Grundstück zugrunde gelegt. Geboten werden muss im ersten Versteigerungstermin mindestens die Hälfte des Wertes. Welcher Preis letztlich erzielt wird, hängt natürlich auch hier von Angebot und Nachfrage ab.
Damit der Versteigerungs-Hammer nicht das Schicksal der eigenen vier Wände besiegelt, können Betroffene im Vorfeld vielfältige Hilfsangebote abchecken. Im Landkreis sind dies auch die Schuldnerberatung der AWO oder die Verbraucherzentrale in Schmalkalden. (geb)
Die drei Rechtspfleger am Amtsgericht Meiningen haben viel zu tun. Die Gründe, weshalb ein Vollstreckungsobjekt bei ihnen auf dem Tisch landet, sind vielfältig. Im privaten Bereich sind es oft Hausfinanzierungen, die nicht mehr geschultert werden können. Auf dem Wirtschaftssektor sind es meist Auswirkungen von Firmeninsolvenzen. Die Dramen, die sich in so manchen Fällen vorher abgespielt haben mögen, bekommen die Rechtspfleger ist der Fall einmal bei ihnen gelandet meist nicht mehr mit. Dies können sie nur erahnen. Denn dann geht es darum, das Objekt meistbietend zu versteigern was den einstigen Besitzern wenigstens ein bisschen finanzielle Erleichterung verschafft.
Die Auswirkungen wirtschaftlich schwieriger Zeiten sind bei Gericht immer erst zeitversetzt zu spüren, weiß Rechtspfleger Michael Zeiske. So ist das auch bei der aktuellen Wirtschaftskrise. Denn bevor ein Versteigerungsobjekt unter den Hammer kommt, gehen freilich zahlreiche Bemühungen voraus vielleicht doch noch etwas im Sinne des Schuldners geradezubiegen.
Viele Ursachen
Auch Banken, so die Erfahrungen der Meininger Rechtspfleger, würden in den meisten Fällen erst noch viele Möglichkeiten für die Betroffenen ausloten, das Haus oder die Eigentumswohnung zu retten. Selbst im laufenden Verfahren gebe es noch die Möglichkeit, eine Einigung zwischen Schuldner und Gläubiger zu erzielen, sodass das Eigentum für die Besitzer gerettet werden kann. Wenn jemand sein gesamtes Geld, seine Freizeit und seine ganze Arbeitskraft in das Häuschen gesteckt hat, dann ist solch eine Lösung für die Betroffenen natürlich ein Glücksfall allerdings kommt das eher selten vor.
Krankheit, plötzliche Arbeitslosigkeit oder Ehescheidungen sind Ursachen dafür, dass Wohnträume wie Seifenblasen platzen können. Auch bei Erbauseinandersetzungen, bei den sich die Angehörigen nicht gütlich einigen können, bleibt die Zwangsversteigerung oftmals der einzige Ausweg. Unfachliche Beratung im Vorfeld lässt die Schuldenfalle ebenfalls häufig zuschnappen. Nur die allerwenigsten Bauherren sind in der glücklichen Lage, ihre Immobilie komplett aus Eigenmitteln bezahlen zu können. Oft ist ein Kredit notwendig, der irgendwann nicht mehr getilgt werden kann.
So endet in Deutschland für sehr viele Eigenheimbauer jährlich der schöne Traum vom Haus im Alptraum in einer Zwangsversteigerung.
870 Verfahren
Des einen Leid, des anderen Freud das eine oder andere Schnäppchen lässt sich auf dem Versteigerungsmarkt im Vollstreckungsgericht am Meininger Amtsgericht machen. Allerdings gibt es keine Garantie gegen Sach- oder Rechtsmängel für das auf diesem Weg erworbene Haus oder Grundstück.
Rund 870 Verfahren bearbeiten die drei Rechtspfleger zurzeit beim Vollstreckungsgericht am Amtsgericht in Meiningen. Neben Privat- und Firmenimmobilien sind darunter auch Äcker oder Waldflächen.
Welcher Trend aus den derzeitigen Neueingängen abzulesen ist, kann momentan nicht ausgemacht werden, erläutert die Leiterin des Amtsgerichtes, Sigrun Kowalski. Denn bis März 2006 war Meiningen für die Grundbuchämter Hildburghausen, Bad Salzungen und natürlich Meiningen zuständig. Seit April 2006 ist noch von Suhl der Schmalkalder Raum hinzugekommen, jedoch wurden die Grundbuchbezirke Bad Salzungen und Hildburghausen an andere Vollstreckungsgerichte abgegeben.
Mindestens die Hälfte
Nur so viel können die Rechtspfleger abschätzen die Stadt Meiningen zählt nicht unbedingt zu den Schwerpunkten, an denen besonders viele Immobilen Häuser oder Eigentumswohnungen von ihren Besitzern nicht mehr gehalten werden können. Betrachtet man die Aushänge in den Fluren des Amtsgerichts, dann fallen vor allem Häuschen aus kleineren Ortschaften ins Auge sowohl ältere als auch neue Immobilien.
Eine Zwangsversteigerung kann jeder Gläubiger beantragen, in der Regel sind es aber die Banken, die dies tun. Das Interesse an den Objekten ist freilich unterschiedlich groß. Das liegt in der Natur der Dinge in welchem Zustand sich das Versteigerungsobjekt befindet, wo es sich befindet und wie hoch der festgesetzte Verkehrswert ist. Manchmal sind es auch Angehörige, die es ersteigern. In den seltensten Fällen sei der Saal mit Interessenten vollbesetzt.
Im Verfahren wird für den Verkehrswert das unbelastete Grundstück zugrunde gelegt. Geboten werden muss im ersten Versteigerungstermin mindestens die Hälfte des Wertes. Welcher Preis letztlich erzielt wird, hängt natürlich auch hier von Angebot und Nachfrage ab.
Damit der Versteigerungs-Hammer nicht das Schicksal der eigenen vier Wände besiegelt, können Betroffene im Vorfeld vielfältige Hilfsangebote abchecken. Im Landkreis sind dies auch die Schuldnerberatung der AWO oder die Verbraucherzentrale in Schmalkalden. (geb)