Meiningen. Einige Dutzend Menschen sind im Landkreis Schmalkalden-Meiningen an der Schweinegrippe erkrankt. Da derzeit ständig neue Fälle hinzukommen, konnte Dipl.-Med. Waldemar Olk, Hygienebeauftragter des Landkreises, gestern keine ganz exakten Zahlen benennen. Bei drei Schülern des Henfling-Gymnasiums fiel der Test auf das neue Virus ebenfalls positiv aus. Panikmache sei aber nicht angebracht, sagt Olk. Der Unterricht laufe dort ganz normal weiter.


Bis vor kurzem habe die Anzahl der Erkrankungen im Landkreis wochenlang bei etwa zwölf Fällen gelegen. „Seit einer Woche bekommen wir aber stetig neue Erkrankungen gemeldet“, beschreibt Dipl.-Med. Olk die Situation. „Wir haben im Gesundheitsamt fünf Mitarbeiter, die jetzt laufend neue Meldungen entgegennehmen. Im Henfling-Gymnasium sei ein Fall bereits vor den Herbstferien aufgetreten, die anderen beiden kamen jetzt hinzu. Es sei momentan aber nicht erforderlich, eine Klasse zu schließen, sagte der Diplom-Mediziner. Nur falls die besonderen Verhaltensmaßnahmen nicht greifen und die Neue Grippe – so wird die Schweinegrippe auch genannt – weiter um sich greift, müsse man überlegen, gegebenenfalls Klassen zu schließen.

Die Erkrankten müssen auf alle Fälle mindestens acht Tage zu Hause bleiben, notfalls auch die Eltern, um ein Weitertragen der Krankheit zu verhindern. Das Gesundheitsamt ermittelt vor allem Kontaktpersonen, die beruflich mit chronisch Kranken oder immunschwachen Menschen zu tun haben, um das Ansteckungspotenzial so gering wie möglich zu halten. Einen Tag vor den ersten Symptomen und sieben Tage nach Erkrankungsbeginn sei bei Erwachsenen nach gegenwärtigem Erkenntnisstand eine Ansteckung möglich, bei Kindern seien es elf Tage.

Jeder Schulleiter habe jetzt die Pflicht, sich an die Lage anzupassen, sagt der Hygienebeauftragte des Gesundheitsamtes. Das Henfling-Gymnasium habe gestern auch noch einmal schriftliche Hinweise für Eltern, Lehrer und Schüler von der kreislichen Gesundheitsbehörde bekommen.

Hygiene beachten

Um einer Erkrankung vorzubeugen, sollte man jetzt jegliches Händeschütteln vermeiden und natürlich die Hände besonders gründlich waschen. Dabei dürfe man aber vor allem nicht vergessen, dass die Krankheitserreger durch Tröpfchen über die Luft übertragen werden. Anniesen und Anhusten anderer Personen sollten also auf alle Fälle vermieden werden.

Fieber und Husten

Wie merke ich nun, ob ich eine ganz normale Erkältung oder etwa doch die Schweinegrippe habe? Das ist so einfach nicht zu sagen. Wenn Fieber ab 38 Grad Celsius und gleichzeitig Husten auftreten, bestehe allerdings Verdacht auf Schweinegrippe, sagt Waldemar Olk. Was dann durch eine Laboruntersuchung relativ schnell abgeklärt werden müsse. Im Normalfall liege das Ergebnis noch am gleichen Tag abends vor.

Alle Schulen haben zur Schweinegrippe ausführliche Informationen sowohl vom Land als auch vom Gesundheitsamt bekommen, sagte Wolfgang Diez, Leiter des Schulamtes Schmalkalden. Mit allen Schulleitern sei das Thema in einer Beratung angesprochen worden. Die Schulreferenten hätten jetzt auch noch einmal E-Mails an die Grundschulen, Regelschulen und Gymnasien geschickt. „Ich glaube, dass wir vorbereitet sind und gehe davon aus, dass sich die Schulleiter verantwortungsbewusst informieren“, so Diez.
„Wir haben einen Elternbrief und eine Handlungsempfehlung für die Lehrer vom Gesundheitsamt verteilt“, erklärte Olaf Petschauer, stellvertretender Leiter des Henfling-Gymnasiums gestern auf Anfrage der Redaktion. Gestern Abend war im Gymnasium Elternsprechstunde, bei der auch Fragen beantwortet werden konnten. Momentan würden jedenfalls keine Klassen geschlossen, laufe der Unterricht normal weiter. Der Hausmeister sei beispielsweise angewiesen, regelmäßig zu überprüfen, ob die Seifenspender gefüllt sind, nannte Petschauer eine weitere Vorsorgemaßnahme. Die Schule halte Kontakt zum Gesundheitsamt.
Durch vernünftige Informationspolitik wolle man sowohl Eltern als auch die Schüler in den Klassen beruhigen, sagte der stellvertretende Schulleiter. (geb)