Meiningen. Der Verein ist gegründet, die Kirche steht als Träger so gut wie fest. Falls jetzt noch ein geeignetes Gebäude in Meiningen gefunden wird, kann der anvisierte Start eines Privatgymnasiums zum Schuljahresbeginn 2010 gelingen.
Der 15. Dezember 2008 geht womöglich als historisches Datum in die Schulgeschichte Meiningens ein jener Montagabend zwei Wochen vor Weihnachten, an dem 46 Frauen und Männer im Saal des indischen Restaurants Bombay den Verein zur Gründung und Förderung eines Gymnasiums in freier Trägerschaft aus der Taufe hoben.
Zu ihrem Vorsitzenden wählten die Mitglieder Carsten Feller aus Meiningen. Der Vater zweier schulpflichtiger Kinder ist Kanzler der Hochschule Fulda. Er gehört zu den Motoren einer Privat-Penne in der Theaterstadt und engagierte sich wie etliche Väter und Mütter bereits in der vor drei Monaten spontan gebildeten Elterninitiative für diese Idee. Als Stellvertreter im Verein stehen ihm Zahnärztin Manja Krampe aus Rippershausen und Richter Gerhard Wilhelms aus Meiningen zur Seite.
Der Zweck des jüngsten Meininger Vereins ist in dessen Satzung niedergeschrieben: Er will erstens die Gründung eines grundsätzlich jedem offenstehenden, als Ersatzschule staatlich anerkannten Gymnasiums in freier Trägerschaft in Meiningen fördern und zweitens die Bildung und Erziehung an dieser Schule ideell und finanziell unterstützen.
Zur Gründungsversammlung konnte die Vereinsspitze bereits Neuigkeiten verkünden: Vertreter der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands haben bei einem Gespräch mit Eltern in der vergangenen Woche ihr Interesse an der Trägerschaft eines privaten Gymnasiums in Meiningen deutlich signalisiert. Sie betreibt bereits sechs Grundschulen, eine Regelschule und vier Gymnasien. Die Bildungsstätten sollen Anfang nächsten Jahres in eine Stiftung überführt werden.
Die Kirche bekäme sofort staatliche Zuschüsse für den Schulbetrieb und müsste nicht wie ein Träger ohne Thüringen-Referenzen drei Jahre in die Vorfinanzierung gehen. Martin Becker, der an den Gesprächen mit Kirchenvertretern teilnahm, informierte die Vereinsmitglieder über Details: Eine Schule unter kirchlicher Trägerschaft steht auch konfessionslosen Kindern offen. Es wird darauf geachtet, dass keinem Kind aus finanziellen Gründen der Besuch verwehrt bleibt. Als monatliches Schulgeld ist ein Betrag um die 65 Euro im Gespräch. Religionsunterricht ist an einer solchen Schule ein Pflichtfach, zwei Stunden in der Woche.
52 Kinder pro Jahrgang
Das Bildungskonzept für dieses Gymnasium will die Kirche so wurde angekündigt zusammen mit dem Verein ausarbeiten. Der Schulbeauftragte der Kirche für Südthüringen, Andreas Koch, wohnte als Gast der Gründungsversammlung bei. Er sagte: Ein kirchliches Gymnasium hat eine Grundausrichtung nach dem christlichen Menschenbild. Das bedeutet: Jeder Schüler ist von vornherein angenommen und wird nach seinen Fähigkeiten und Fertigkeiten entwickelt. Niemand bleibt auf der Strecke. In den kirchlichen Gymnasien herrsche eine vertrauensvolle Atmosphäre, die Lehrer leisteten mehr als den eigentlichen Unterricht. Vorgesehen ist seinen Worten zufolge ein zweizügiges Gymnasium mit bis zu 26 Schülern pro Klasse. In jedem Schuljahr können also 52 Bewerber aufgenommen werden.
Voraussetzung für den Einstieg der Kirche ist allerdings ein Gebäude, das ohne größeren Investitionsaufwand als Schule geeignet wäre. Bisher sind die Struppsche Villa in der Bernhardstraße, das ehemalige Landgericht in der Leipziger Straße sowie das frühere Henfling-Gymnasium in der Schulstraße in der Diskussion. In Kürze schon will die kirchliche Bauabteilung die Häuser besichtigen.
Die deutlichen Signale der Kirche führten zu einer Kurskorrektur bei den Eltern. Von der ursprünglich beabsichtigten Ausschreibung auf der Suche nach einem Träger soll nun Abstand genommen und stattdessen die Verhandlungen mit der Kirche Mitteldeutschlands fortgeführt werden. Als nächster Schritt ist eine Kooperationsvereinbarung vorgesehen. Sie soll die klare Willenserklärung enthalten, das Verein und Kirche das Privatgymnasium in Meiningen gemeinsam auf den Weg bringen.
An der Gründungsversammlung nahm als Gast im Auftrag von Meiningens Bürgermeister Reinhard Kupietz der Stadtkämmerer Klaus-Dieter Schmidt teil. Von den 30 Stadträten, die erst kürzlich in einem Grundsatzbeschluss die Gründung eines Privatgymnasiums mit großer Mehrheit begrüßt hatten, war niemand anwesend. Allerdings will der Verein auch mit der Stadtpolitik weiter in Kontakt bleiben. Es gibt Überlegungen, neben Unternehmen auch die Stadt Meiningen als Mitglied im Verein zu gewinnen. (hi)
Der 15. Dezember 2008 geht womöglich als historisches Datum in die Schulgeschichte Meiningens ein jener Montagabend zwei Wochen vor Weihnachten, an dem 46 Frauen und Männer im Saal des indischen Restaurants Bombay den Verein zur Gründung und Förderung eines Gymnasiums in freier Trägerschaft aus der Taufe hoben.
Zu ihrem Vorsitzenden wählten die Mitglieder Carsten Feller aus Meiningen. Der Vater zweier schulpflichtiger Kinder ist Kanzler der Hochschule Fulda. Er gehört zu den Motoren einer Privat-Penne in der Theaterstadt und engagierte sich wie etliche Väter und Mütter bereits in der vor drei Monaten spontan gebildeten Elterninitiative für diese Idee. Als Stellvertreter im Verein stehen ihm Zahnärztin Manja Krampe aus Rippershausen und Richter Gerhard Wilhelms aus Meiningen zur Seite.
Der Zweck des jüngsten Meininger Vereins ist in dessen Satzung niedergeschrieben: Er will erstens die Gründung eines grundsätzlich jedem offenstehenden, als Ersatzschule staatlich anerkannten Gymnasiums in freier Trägerschaft in Meiningen fördern und zweitens die Bildung und Erziehung an dieser Schule ideell und finanziell unterstützen.
Zur Gründungsversammlung konnte die Vereinsspitze bereits Neuigkeiten verkünden: Vertreter der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands haben bei einem Gespräch mit Eltern in der vergangenen Woche ihr Interesse an der Trägerschaft eines privaten Gymnasiums in Meiningen deutlich signalisiert. Sie betreibt bereits sechs Grundschulen, eine Regelschule und vier Gymnasien. Die Bildungsstätten sollen Anfang nächsten Jahres in eine Stiftung überführt werden.
Die Kirche bekäme sofort staatliche Zuschüsse für den Schulbetrieb und müsste nicht wie ein Träger ohne Thüringen-Referenzen drei Jahre in die Vorfinanzierung gehen. Martin Becker, der an den Gesprächen mit Kirchenvertretern teilnahm, informierte die Vereinsmitglieder über Details: Eine Schule unter kirchlicher Trägerschaft steht auch konfessionslosen Kindern offen. Es wird darauf geachtet, dass keinem Kind aus finanziellen Gründen der Besuch verwehrt bleibt. Als monatliches Schulgeld ist ein Betrag um die 65 Euro im Gespräch. Religionsunterricht ist an einer solchen Schule ein Pflichtfach, zwei Stunden in der Woche.
52 Kinder pro Jahrgang
Das Bildungskonzept für dieses Gymnasium will die Kirche so wurde angekündigt zusammen mit dem Verein ausarbeiten. Der Schulbeauftragte der Kirche für Südthüringen, Andreas Koch, wohnte als Gast der Gründungsversammlung bei. Er sagte: Ein kirchliches Gymnasium hat eine Grundausrichtung nach dem christlichen Menschenbild. Das bedeutet: Jeder Schüler ist von vornherein angenommen und wird nach seinen Fähigkeiten und Fertigkeiten entwickelt. Niemand bleibt auf der Strecke. In den kirchlichen Gymnasien herrsche eine vertrauensvolle Atmosphäre, die Lehrer leisteten mehr als den eigentlichen Unterricht. Vorgesehen ist seinen Worten zufolge ein zweizügiges Gymnasium mit bis zu 26 Schülern pro Klasse. In jedem Schuljahr können also 52 Bewerber aufgenommen werden.
Voraussetzung für den Einstieg der Kirche ist allerdings ein Gebäude, das ohne größeren Investitionsaufwand als Schule geeignet wäre. Bisher sind die Struppsche Villa in der Bernhardstraße, das ehemalige Landgericht in der Leipziger Straße sowie das frühere Henfling-Gymnasium in der Schulstraße in der Diskussion. In Kürze schon will die kirchliche Bauabteilung die Häuser besichtigen.
Die deutlichen Signale der Kirche führten zu einer Kurskorrektur bei den Eltern. Von der ursprünglich beabsichtigten Ausschreibung auf der Suche nach einem Träger soll nun Abstand genommen und stattdessen die Verhandlungen mit der Kirche Mitteldeutschlands fortgeführt werden. Als nächster Schritt ist eine Kooperationsvereinbarung vorgesehen. Sie soll die klare Willenserklärung enthalten, das Verein und Kirche das Privatgymnasium in Meiningen gemeinsam auf den Weg bringen.
An der Gründungsversammlung nahm als Gast im Auftrag von Meiningens Bürgermeister Reinhard Kupietz der Stadtkämmerer Klaus-Dieter Schmidt teil. Von den 30 Stadträten, die erst kürzlich in einem Grundsatzbeschluss die Gründung eines Privatgymnasiums mit großer Mehrheit begrüßt hatten, war niemand anwesend. Allerdings will der Verein auch mit der Stadtpolitik weiter in Kontakt bleiben. Es gibt Überlegungen, neben Unternehmen auch die Stadt Meiningen als Mitglied im Verein zu gewinnen. (hi)