Feuer ausgebrochen Strohlager in Herpf komplett abgebrannt

Ralph Meyer

So sollten Walpurgisfeuer nicht aussehen: In Herpf brannte in der Nacht zu Sonntag ein Strohlager der Agrargesellschaft Herpf komplett nieder. Für die Feuerwehr begann der „Tag der Arbeit“ daher mit Nachtarbeit.

Herpf - Für die Freiwillige Feuerwehr Meiningen war das Feiertagswochenende wieder ein besonders unruhiges. Nicht nur, weil man darauf achten musste, angemeldete Walpurigsfeuer wie das im Freizeitzentrum Rohrer Stirn von unangemeldeten sowie von richtigen Bränden zu unterscheiden. Gleich zweimal wurden die Kameraden am Samstag alarmiert – einmal sollte es im Rohrer Gewerbegebiet Rotes Tal brennen, ein anderes Mal in der Meininger Elisabeth-Schumacher-Straße in Nachbarschaft zum Feuerwehr-Gerätehaus. In beiden Fällen handelte es sich jedoch um Fehlalarme.
Anders war es dann in den frühen Morgenstunden des 1. Mai. Der „Tag der Arbeit“ sollte mit einer arbeitsreichen Nacht beginnen. Exakt um 1.07 Uhr klingelte die Meininger Leitstelle die Feuerwehrleute aus den Betten. Eine 15 mal 25 Meter große Lagerhalle im Meininger Ortsteil Herpf stand in Flammen.

Nach der Werbung weiterlesen

Als nur drei Minuten später die ersten Kräfte  der Wache Herpf vor Ort eintrafen, war von der  Hochstützen-Halle der Agrargesellschaft Herpf mbH schon nicht mehr viel übrig. „Das Objekt war bereits Opfer der Flammen geworden, die gelagerten Strohballen befanden sich im Vollbrand“, macht Einsatzleiter Jan Barthel gegenüber Meininger Tageblatt deutlich. Kein Wunder auch, denn das dort gelagerte Stroh war seinen Worten zufolge „knochentrocken“. Gegen dieses Feuer hatten die Herpfer alleine keine Macht. Dafür bauten sie unverzüglich eine gut 250 Meter lange Löschwasserleitung zum Feuerlöschteich auf. „Sie haben super vorgearbeitet. Als die anderen Kräfte am Einsatzort ankamen, konnten alle sofort mit den Löscharbeiten beginnen“, lobt Barthel.

Problematisch bei Strohbränden dieser Art ist, dass sich die Flammen in die Ballen fressen und so das Löschen sehr erschweren. „Man muss quasi zwei bis dreimal löschen.“ Durch die Agrargesellschaft wurde daher ein Radlader mit Greifer bereitgestellt, zudem besorgte ein Kamerad der Feuerwehr Stepfershausen, die ebenso zum Einsatz kam, einen Bagger. Mit diesen beiden Geräten wurde das Stroh auseinandergezogen. „Nur so war es möglich, sicher die Flammen zu bekämpfen“, konstatiert der Einsatzleiter. Zudem mussten umliegende Hallen und Strohlager vor dem Funkenflug geschützt und so eine Ausbreitung des Brandes verhindert werden.

Insgesamt waren in der Nacht 30 Kameraden der Wachen Meiningen, Dreißigacker, Herpf und Stepfershausen mit zehn Fahrzeugen, darunter die Drehleiter, im Einsatz. Hinzu kam der Alarm-Dienst des Landratsamtes sowie Kräfte der  Polizei und der Stadtwerke Meiningen. Nach Angaben von Jan Barthel konnte das letzte Einsatzfahrzeug erst am Sonntagmorgen um 8.42 Uhr abrücken. Im Anschluss musste sämtliche Einsatztechnik wieder fit gemacht werden. Dies nahm etwa zwei weitere Stunden in Anspruch. Doch nicht genug, der Meininger Führungsdienst musste am Sonntag die Brandstelle regelmäßig kontrollieren, um bei einem eventuellen Aufflammen erneut Kräfte aktivieren zu können.

In der Bilanz der Brandnacht steht nicht nur der noch unklare  Sachschaden für die Agrargesellschaft. Die Meininger Feuerwehr beklagt auch einen verletzten Kameraden, der sich beim Einsatz an einer Glasscheibe verletzt hatte und im Klinikum Dreißigacker behandelt werden musste. Zudem gingen durch die Hitze des Feuers zwei Fenster der benachbarten Feuerwache zu Bruch.

Zur Brandursache konnte bislang noch keine Aussage getroffen werden. Die Kripo Suhl hat dazu Ermittlungen aufgenommen. Beobachter schließen eine Selbstentzündung allerdings aus, diese Gefahr bestehe in der Regel nur bei frisch eingelagerten Stroh, hieß es.