Meiningen-Helba - Eigentlich hätte die Meininger Nordumgehung längst mit dem Autobahn-Bau fertig sein sollen. Seither und auch schon in den Jahren zuvor halten die Helbaer an ihrer vielbefahrenen Ortsdurchfahrt den Verkehrslärm aus. Um Lärmschutz mussten sich die meisten Anlieger auf eigene Faust kümmern. Offenbar gibt es jetzt ein Umdenken beim Freistaat. Das Angebot, Lärmschutzfenster zu fördern, kommt allerdings für die meisten zu spät. Beim Stadtteiltour-Stopp des Bürgermeisters in Helba kam die Angelegenheit jetzt zur Sprache. Vor zwei Wochen, erzählte eine Frau, habe sie einen Brief vom Straßenbauamt erhalten, dass die Anlieger an der Straße 75 Prozent der Kosten für Lärmdämmungsfenster erstattet bekommen könnten.
"Ich empfand das als Klatsche", entrüstete sie sich. "Vor Jahren gab es schon mal so ein Schreiben und wir haben daraufhin die Förderung für Fenster beantragt. Die Antwort lautete dann, dass die Kassen leer sind. Dann hieß es, der Lärm ist noch nicht groß genug in Helba. Und jetzt, nach etlichen Jahren, wo fast jeder seine Fenster mit Schalldämmung hat, weil es sonst gar nicht mehr auszuhalten war, schickt man uns so ein Schreiben. Das ist doch eine Frechheit!" Dieses Geld, so ein Hinweis aus der Gesprächsrunde, werde auch sieben Jahre rückwirkend gezahlt. "Die sind auch längst vorbei. Wir haben jetzt alles fertig und machen doch die Fenster nach 15 Jahren nicht schon wieder neu", meinte darauf die Frau. Auch zeigte sich im Gespräch, dass offenbar auch nicht alle Helbaer, die in Frage kommen, diese Briefe in ihrer Post vorgefunden haben.
Meiningen Förderung kommt für viele zu spät
Von Antje Kanzler 12.09.2016 - 00:00 Uhr