Meiningen - Der Mann, 25 Jahre alt, vor seiner Verhaftung in einem Städtchen im Landkreis Schmalkalden-Meiningen zu Hause, sitzt auf der Anklagebank, schweigend, ohne sich zu rühren, hält Stunde um Stunde einen neutralen Gesichtsausdruck. Man hat, im Prozess vor der Jugendschutzkammer am Landgericht Meiningen, die Ermittlungsrichterin geladen, um zu erfahren, was er an jenem Tag im vergangenen November gesagt hat, als der Haftbefehl beantragt worden war - weil die Verletzungen, mit denen das wenige Wochen alte Kind seiner Lebensgefährtin ins Klinikum Suhl gebracht worden war, dem Kinderarzt dort so auffällig erschienen, dass er die Polizei einschaltete. Die Schilderung des jungen Mannes - das Baby müsse, während er kurz im Bad gewesen sei, von der Couch gefallen sein -, sagt die Ermittlungsrichterin, "waren für mich nicht glaubhaft", die Erklärungen für den hängenden Arm und die Verletzungen im Genitalbereich des Säuglings "nicht plausibel".