Rhöngebiet. Zwei Tage lang waren die Vertreter aller deutschen Biosphärenreservate vom Wattenmeer bis nach Berchtesgaden zu Gast in der Rhön. Fachkundige Gäste, die wissen, wovon sie reden: Schützenswerte Natur haben sie auch vor ihrer eigenen Haustür. Sie waren dennoch voll des Lobes über die offenen Fernen, die sie hier kennenlernten.
Zweimal im Jahr treffen sich die Biosphärenreservatsvertreter. Die Rhön als Gastgeber präsentierte sich zumindest am zweiten Tag mit herrlichem Wetter. Zuvor hatten die Gäste freilich auch deren rauen Seiten kennengelernt: Rhön live eben. Bei Besuchen in den Landschaftspflege-Agrarhöfen in Kaltensundheim, auf Point Alpha, in der Thüringer Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats in Zella oder bei kurzen Wanderungen bekamen sie ein Bild davon, was die Rhön ausmacht.
Nordlicht Margret Brahms, die Sprecherin der deutschen Biosphärenreservate, war am Donnerstagabend kurz vor der Abreise am nächsten Tag noch ganz aufgekratzt: Sie haben hier eine Perle, da geht einem das Herz auf!, sagte sie im Schalander der Rhönbrauerei Kaltennordheim, wo man zum Erfahrungsaustausch auch mit den regionalen Akteuren zusammensaß. Was sie gesehen habe, sei freilich eine Leistung der Natur selbst, aber auch derer, die das Landschaftsbild bewahren, meinte sie.
Zuvor hatte Thüringens Umweltminister Jürgen Reinholz Zahlen strapaziert: Von 1200 Arten, die es in der Rhön gebe, stünden 100 als vom Aussterben bedroht auf der Roten Liste. Arnika, Orchideen, Wollgras, Silberdistel wachsen hier noch. Die Modellregionen des Programms Mensch und Biosphäre (MAB) seien ein Schauplatz der Versöhnung zwischen Mensch und Natur. 2009 als das Jahr der Biosphärenreservate Thüringen hat neben der Rhön noch das Vessertal sei für die Rhön bedeutsam gewesen durch den Umzug der Verwaltung in die Propstei Zella, die Eröffnung des Infozentrums oder auch den Naturerlebnistag Helmershausen, sagte er. Freilich weiß auch Reinholz, dass nicht alles in Butter ist, was die Biosphärenreservate angeht: Die Erweiterung der Kernzone auf 30 Prozent der Gesamtfläche steht noch aus, sagte er. Und: Wir überlegen gerade, wie wir das hinbekommen.
2010 sei auch das Jahr der Jubiläen, etwa von 20 Jahren Grünes Band. Und er fand das Treffen der Biosphärenreservate samt dem Erfahrungsaustausch eine nützliche Sache man müsse das Rad nicht zweimal erfinden.
Margret Brahms hörte die Worte über die Kernzonen aufmerksam: Schön, dass Sie daran arbeiten auch wenn es schmerzt, weil man auf einen Teil der Nutzung verzichten muss, sagte sie. Die Vergrößerung der Kernzonen ist eine der Kriterien, die für die weitere Anerkennung des Biosphärenreservates durch die Unesco wichtig sind. Der deutsche Unesco-Kommissionsvertreter Lutz Möller hörte hier wohl ebenso genau hin wie weitere Vertreter des Bundesamtes für Naturschutz oder Vertreter von Bundesministerien.
Martin Waldhausen ist ein solcher. Der Berliner ist zugleich der neue Vorsitzende des Nationalkomitees Mensch und Biosphäre. Um 2013 ist mir nicht bange, sagte er mit Blick auf die Überprüfung der Biosphärenreservate in jenem Jahr und angesichts der Eindrücke, die er in der Rhön gewonnen hatte. Hier sehen wir, wie nachhaltige Entwicklung einer Region funktioniert, meinte er. Aber auch er sprach von Hausaufgaben, die es noch zu erledigen gebe, und nannte neben der Kernzone die Bundesstraße 87n.
Deutschland stehe insgesamt gut da bei der Ausweisung von Schutzgebieten man habe 30 Prozent überschritten. Das alles ist Gemeinschaftswerk und diese Zusammenarbeit müssen wir weiter stärken, sagte er. Das Bundesengagement etwa mit dem Landschaftspflegeprogramm Rhönhutungen werde man weiterführen, aber auch eine Qualitätsoffensive für Nationalparks starten.
Karl-Friedrich Abe, Leiter der thüringischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservates Rhön, konnte freilich zum Erfahrungsaustausch auch seine Kollegen aus den hessischen und bayrischen Teil der Rhön begrüßen und viele Akteure aus Vereinen, Organisationen und Ämtern sowie Vertreter der Wirtschaft. Die Rhönbrauerei Kaltennordheim als mittelständisches, bodenständiges Unternehmen machte den Gästen augenfällig, wie regionale Wirtschaftskreisläufe funktionieren.
Funktioniert hat auch der Anstich eines gesponserten Fasses Rhönbier, eine Premiere für Margret Brahms und Martin Waldhausen, der übrigens Linkshänder ist und arg überlegen musste, wie er den Zapfhahn am besten einschlägt. Doch der Gerstensaft floss und die Gespräche ebenso. Schöntrinken musste sich die Rhön niemand sie ist es einfach. (fr)
Zweimal im Jahr treffen sich die Biosphärenreservatsvertreter. Die Rhön als Gastgeber präsentierte sich zumindest am zweiten Tag mit herrlichem Wetter. Zuvor hatten die Gäste freilich auch deren rauen Seiten kennengelernt: Rhön live eben. Bei Besuchen in den Landschaftspflege-Agrarhöfen in Kaltensundheim, auf Point Alpha, in der Thüringer Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats in Zella oder bei kurzen Wanderungen bekamen sie ein Bild davon, was die Rhön ausmacht.
Nordlicht Margret Brahms, die Sprecherin der deutschen Biosphärenreservate, war am Donnerstagabend kurz vor der Abreise am nächsten Tag noch ganz aufgekratzt: Sie haben hier eine Perle, da geht einem das Herz auf!, sagte sie im Schalander der Rhönbrauerei Kaltennordheim, wo man zum Erfahrungsaustausch auch mit den regionalen Akteuren zusammensaß. Was sie gesehen habe, sei freilich eine Leistung der Natur selbst, aber auch derer, die das Landschaftsbild bewahren, meinte sie.
Zuvor hatte Thüringens Umweltminister Jürgen Reinholz Zahlen strapaziert: Von 1200 Arten, die es in der Rhön gebe, stünden 100 als vom Aussterben bedroht auf der Roten Liste. Arnika, Orchideen, Wollgras, Silberdistel wachsen hier noch. Die Modellregionen des Programms Mensch und Biosphäre (MAB) seien ein Schauplatz der Versöhnung zwischen Mensch und Natur. 2009 als das Jahr der Biosphärenreservate Thüringen hat neben der Rhön noch das Vessertal sei für die Rhön bedeutsam gewesen durch den Umzug der Verwaltung in die Propstei Zella, die Eröffnung des Infozentrums oder auch den Naturerlebnistag Helmershausen, sagte er. Freilich weiß auch Reinholz, dass nicht alles in Butter ist, was die Biosphärenreservate angeht: Die Erweiterung der Kernzone auf 30 Prozent der Gesamtfläche steht noch aus, sagte er. Und: Wir überlegen gerade, wie wir das hinbekommen.
2010 sei auch das Jahr der Jubiläen, etwa von 20 Jahren Grünes Band. Und er fand das Treffen der Biosphärenreservate samt dem Erfahrungsaustausch eine nützliche Sache man müsse das Rad nicht zweimal erfinden.
Margret Brahms hörte die Worte über die Kernzonen aufmerksam: Schön, dass Sie daran arbeiten auch wenn es schmerzt, weil man auf einen Teil der Nutzung verzichten muss, sagte sie. Die Vergrößerung der Kernzonen ist eine der Kriterien, die für die weitere Anerkennung des Biosphärenreservates durch die Unesco wichtig sind. Der deutsche Unesco-Kommissionsvertreter Lutz Möller hörte hier wohl ebenso genau hin wie weitere Vertreter des Bundesamtes für Naturschutz oder Vertreter von Bundesministerien.
Martin Waldhausen ist ein solcher. Der Berliner ist zugleich der neue Vorsitzende des Nationalkomitees Mensch und Biosphäre. Um 2013 ist mir nicht bange, sagte er mit Blick auf die Überprüfung der Biosphärenreservate in jenem Jahr und angesichts der Eindrücke, die er in der Rhön gewonnen hatte. Hier sehen wir, wie nachhaltige Entwicklung einer Region funktioniert, meinte er. Aber auch er sprach von Hausaufgaben, die es noch zu erledigen gebe, und nannte neben der Kernzone die Bundesstraße 87n.
Deutschland stehe insgesamt gut da bei der Ausweisung von Schutzgebieten man habe 30 Prozent überschritten. Das alles ist Gemeinschaftswerk und diese Zusammenarbeit müssen wir weiter stärken, sagte er. Das Bundesengagement etwa mit dem Landschaftspflegeprogramm Rhönhutungen werde man weiterführen, aber auch eine Qualitätsoffensive für Nationalparks starten.
Karl-Friedrich Abe, Leiter der thüringischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservates Rhön, konnte freilich zum Erfahrungsaustausch auch seine Kollegen aus den hessischen und bayrischen Teil der Rhön begrüßen und viele Akteure aus Vereinen, Organisationen und Ämtern sowie Vertreter der Wirtschaft. Die Rhönbrauerei Kaltennordheim als mittelständisches, bodenständiges Unternehmen machte den Gästen augenfällig, wie regionale Wirtschaftskreisläufe funktionieren.
Funktioniert hat auch der Anstich eines gesponserten Fasses Rhönbier, eine Premiere für Margret Brahms und Martin Waldhausen, der übrigens Linkshänder ist und arg überlegen musste, wie er den Zapfhahn am besten einschlägt. Doch der Gerstensaft floss und die Gespräche ebenso. Schöntrinken musste sich die Rhön niemand sie ist es einfach. (fr)