Kaltensundheim. Für den Angelverein Rhönforelle war Himmelfahrt schon fast gelaufen, ehe es begonnen hatte: In der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag verschafften sich Unbekannte gewaltsam Zutritt zur Holzblockhütte des Angelvereins, die zwischen zwischen Kaltensundheim und Aschenhausen an den Grimmelbachteichen liegt. Aus dem Lagerraum, wo die Vorräte für die Männertagsfeierlichkeiten gelagert waren, wurden mehrere Fässer und Kisten Bier, alkoholfreie Getränke, zwei Kohlensäure-Flaschen, ein Durchlaufkühler sowie Holzkohle entwendet.

Der Schaden liegt laut Polizei bei ca. 400 Euro, doch Vereinsmitglieder machen noch eine viel höhere Rechnung auf: So kostet allein der verschwundene Bierkühler, den die Angler von der Rhönbrauerei geborgt hatten, einen fünfstelligen Betrag. Sechs 50-bzw. 30-Liter-Fässer Rhönbier verschwanden, auch alle alkoholfreien Getränke. Zum Glück war der Schnaps noch nicht ins Vereinshaus gebracht worden.

Zwei Türen waren aufgebrochen, als der Vereinsvorsitzende und ein weiterer Sportfreud an Himmelfahrt früh zum Vereinsheim kamen. Erst am Vortag hatten die Angler, die vorwiegend aus Kaltensundheim und Kaltennordheim kommen, bis in den Abend ein Zelt aufgebaut und die Vorräte in die Holzblockhütte gebracht. Sie sind stocksauer auf die dreisten Diebe, die sich ihren Coup wohl genau überlegt hatten. Sogar Holzkohle haben diese mitgenommen – wohl um ihre private Feier perfekt zu machen.

Im nach dem Regen feuchten Untergrund hat die Polizei jedoch Spuren eines Autos gesichert. Der Verein hofft zudem darauf, dass jemand das Auto gesehen hat, als es nachts den Weg verlassen hat. Ausgesetzt ist eine Belohnung von 200 Euro für sachdienliche Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen. Es müssten nach der Anzahl der entwendeten Gegenstände mehrere gewesen sein. „Der Verein wollte eigentlich mit dem Fest Geld erwirtschaften, das er dringend braucht – jetzt muss er Unsummen drauflegen, um den Schaden zu ersetzen“, hieß es von den Anglern.

Übrigens: Um ihren Gästen doch noch eine schöne Himmelfahrt zu ermöglichen, haben die Angelfreunde noch am Himmelfahrtsmorgen erneut Bier aus Kaltennordheim angefahren.

Frankenheim. Wenig schöne Erlebnisse verbindet auch der Frankenheimer Jagdpächter Egon Schreiber mit dem Himmelfahrtstag: Eine Jagdkanzel in der Gemarkung am ehemaligen Kolonnenweg wurde umgekippt und damit zerstört. Am Sonntag bemerkte der Jagdpächter den Schaden an der etwa zwei Meter hohen fahrbaren Kanzel. „Es ist nun schon das zweite Mal, dass so etwas passiert“, sagt er entrüstet. Seinerzeit waren jagdliche Einrichtungen mit einem Schlepper umgefahren worden. Diesmal ist er ziemlich sicher, dass Trunkenbolde erst an oder auf der Kanzel gezecht haben und dann ihr Mütchen an dem hölzernen Turm kühlten. „Es müssen bestimmt vier oder fünf Mann gewesen sein, sonst wirft man die Kanzel nicht um“, sagte er gestern. Gefunden wurden zerschlagene Bierflaschen und zerbeulte Bierbüchsen.

Zur Reparatur muss der Hochsitz komplett auseinandergenommen werden; die Seitenwände muss man ersetzen, da sie kaputt gingen. Der Jagdpächter hat eine Prämie von 50 Euro zur Ergreifung der Täter ausgesetzt. Hinweise an Egon Schreiber, Frankenheim, Gartenstraße 5 , Tel. 036946/32007, oder an die Polizei. (fr)