Am 14. November 2019, dem Tag nach dem Bombenfund, heulten die Sirenen der Einsatzfahrzeuge von Feuerwehr, Katastrophenschutz und Polizei fast im Minutentakt. Sie zerschnitten die furchteinflößende Stille in Meiningens Mitte. Die Theaterstadt war zu einer Geisterstadt geworden. Die sehr belebte Georgstraße war menschenleer, Beamte sicherten die Schutzzone. Nur selten tauchten Passanten auf. Am späten Vormittag prüfen 60 Beamte, ob tatsächlich alle Gebäude in der blauen Zone evakuiert sind. Die meisten der 3000 Betroffenen waren wohl auf Arbeit, in der Schule oder bei Freunden und Verwandten außerhalb der Sperrzone untergekommen. In der Multihalle suchten 162 Personen Zuflucht. Viele Straßen waren gesperrt, weiträumige Umleitungen mussten gefahren werden. Gegen 15.30 Uhr konnten die Experten des Kampfmittelräumdienst Tauber mit der Entschärfung der Bombe beginnen. Die teils stark deformierten mechanischen Heck- und Kopfzünder wurden mit einem Wasserschneidgerät erfolgreich entfernt. So konnte die Polizei gut eine Stunde nach Beginn der Arbeiten die gesamte Schutzzone wieder freigeben. Die Bewohner kehrten daraufhin in ihre Wohnungen zurück. Mit den Bussen fuhren die Evakuierten von der Sammelstelle in der Multihalle kostenlos in die Innenstadt zurück. Die Hilfsorganisationen kümmerten sich auch um den Rücktransport der 24 pflegebedürftigen, behinderten und hilfsbedürftigen Anwohner, die gesondert evakuiert worden waren. rwm