MDR-Dreh in Schmalkalden Moderator stürmt Kirchturm von St. Georg

Annett Recknagel

Nougat und Sonne - verträgt sich das? Die Ausgabe der MDR-Unterhaltungssendung „Mach dich ran“ im September wird das aufklären, gedreht wurde jetzt in Schmalkalden.

Alles hätte kinderleicht sein können: Haus nachgebaut, Zeit geknackt. Zack – Gewinner ausgelost. Tagesaufgabe gestellt. Jubel. Dreh zu Ende. Das ist das Konzept von „Mach dich ran“ – in Kurzform freilich.

Die MDR-Unterhaltungssendung läuft seit 30 Jahren. Und ausgerechnet in Schmalkalden passierte es. „Beliebt kann jeder, wir sind einzigartig“, kommentierte Kai Lehmann, der während des Drehs am Samstag auf dem Altmarkt als Moderator agierte. Bis dahin hatte das Publikum seinem Liebling Mario fest die Daumen gehalten, artig Applaus geprobt, zweimal, dreimal, auch ein viertes Mal ging noch.

Dann kam die Aufgabe. Ein jeder sollte schätzen, wie viel Zeit Mario D. Richardt brauchen würde, um ein Nougat-Fachwerkhaus en minature nachzubauen. Natürlich auch aus Nougatstangen. Möglichst unter acht Minuten – ansonsten ging es ab ihm ins Trillerhäuschen. „Mit einem Stück Nougat im Mund und einer Zwiebel auf dem Kopf“, witzelte Kai Lehmann. Zu dem Zeitpunkt ahnte er noch nicht, welche Herausforderung dieser Job für ihn werden würde. Denn: Niemand hatte mit Petrus gerechnet. Der schickte dermaßen heiße Sonnenstrahlen, dass das Nougat – hast-du-nicht-gesehen – von einer Sekunde zur anderen schmolz. Damit bogen sich die Balken des XXS-Fachwerkhauses wie Gummi. Das Gebilde sackte zusammen. Übrig blieb eine leckere Masse. Ähnlich erging es dem Baumaterial. Es klebte an den Finger des Moderators. Wobei er die untere Reihe des Hauses immerhin schaffte.

Dann sein Ausspruch: „Houston wir haben ein Problem.“ Kamera aus. Stopp! Was nun? Lehmann schlug Richardt vor, zehn Nougatstangen in fünf Minuten zu verspeisen. Dem stand der Mund offen: „Weißt du, wie viele Kalorien das sind?“ Irgendwer bemerkte: „Vielleicht sollten wir das Spiel besser im Winter machen.“ Guter Rat war teuer. Aber glücklicherweise gab es ja Kai Lehmann. Mit Blick auf die Stadtkirche hatte er die nächste Idee. Würde es Mario D. Richardt in acht Minuten schaffen, die 158 Stufen hoch zum Turm zu erklimmen, kurz zu winken, sich die Farbe von Schloss Wilhelmsburg einzuprägen und wieder runter zu kommen?

Kurze Beratung. Dann das Ja zum Plan B. Der Kameramann wurde zuerst hinauf geschickt. Dann startete Mario D. Richardt mit einer kleinen Kamera ausgerüstet. Längst hatten die Teilnehmer am Spiel ihre Kärtchen noch einmal bekommen und eine neue Zeit eingetragen. Dann der Startschuss. Richardt sauste los. Es wurde gemunkelt und flüssiges Nougat gelöffelt. „Da!“, schrie der erste. Richardt war oben, winkte. Weniger als vier Minuten hatte er gebraucht. Lehmann schwitzte. Sollte er etwa an den Pranger? Da half nur noch reden. Von Luther, dem Schmalkaldischen Bund, von Henkern und Scharfrichtern und von Schmalkalden und von Schloss Wilhelmsburg. Die Werbung war perfekt.

Josephine Erbe entsorgte derweil die Nougatreste. Die Gäste schauten auf die Uhr. Sieben Minuten und 24 Stunden war Richardts Zeit. Thomas Schwab und Kerstin Pfeffer hatten jeweils 7:20 Minuten geschätzt. Sie durften über die Tagesaufgabe entscheiden. Das Einspielen erwies sich als schwierig. Petrus hatte wirklich kein Erbarmen. Die Sonne war zu hell, man erkannte auf dem Laptop einfach gar nichts. Richardt erzählte die Aufgabe kurz.

Die Beiden gaben ihren Tipp ab und gewannen jeder 500 Euro. Wer am Ende im Trillerhäuschen am Pranger stand, das bleibt bis zur Ausstrahlung der Sendung geheim. Überhaupt lohnt es sich, nach der Sommerpause an einem Montag das MDR einzuschalten. Lustig wird diese Sendung allemal. Das genaue Sendedatum wird in der Heimatzeitung rechtzeitig bekannt gegeben. „Wir machen die Sendung seit 30 Jahren – so was wie heute hier in Schmalkalden, ist uns bisher noch nie passiert – das war auch für uns ein Novum“, meinte Richardt und war genau wie sein Team am Ende froh, alles im Kasten zu haben. Das Publikum nahms gelassen, witzelte und ließ sich mit Richardt fotografieren. „Wir lieben diese Sendung“, sagte Manuela Klaedtke. Auch Ramona Vogel schaut sie regelmäßig und sehr gerne. Margot Groß ist ebenso ein Fan und freute sich den Mario mal live zu sehen.

 

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