„Mayors for Peace“ Sonneberger hissen Flagge gegen Atomwaffen

80 Jahre nach dem Atombombenabwurf auf Hiroshima wollen sich die Bürger weiter für den Frieden engagieren.

Die Flagge über Sonneberg. Foto:  

Anlässlich des jährlichen Flaggentages der Initiative Mayors for Peace wehten am Dienstag auch in Thüringen wieder Friedensflaggen vor Rathäusern – ein stilles Symbol gegen atomare Aufrüstung und für weltweite Abrüstung. Unterstützt wird die Aktion vom Landesverband Thüringen des Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW), der damit ein klares politisches Bekenntnis zur Friedensarbeit ablegt.

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„Das Hissen der Friedensflagge ist mehr als ein symbolischer Akt – es ist ein Appell an die Politik, den Weg der Vernunft zu wählen, sich klar zum Völkerrecht zu bekennen und entschieden gegen atomare Waffen Stellung zu beziehen. Thüringen setzt hier ein starkes Zeichen“, erklärt Janine Bauersachs, Sprecherin der AG Frieden im BSW. Auch in Föritztal sieht sie Potenzial zur Beteiligung: Beim letzten Gemeinderat im Juni schlug sie vor, dass sich Bürgermeisterin Silke Fischer (CDU) – ähnlich wie ihr Vorgänger Andreas Meusel (CDU) – öffentlich für den Frieden positioniert. Meusel hatte Föritz im Jahr 2018 in das Netzwerk aufgenommen. Fischer zeigte sich aufgeschlossen: „Das hört sich nach einer guten Sache an.“ Ein Beitritt würde öffentlich bekannt gegeben – bislang ist dies jedoch noch nicht geschehen.

Auch in anderen Kommunen des Landkreises ist das Engagement deutlich sichtbar. Sonneberg, Neuhaus am Rennweg, Schalkau, Frankenblick und Steinach sind Mitgliedsstädte im globalen Bündnis. Steinach trat 2022 bei – vier Jahre nach einer viel diskutierten Entscheidung: 2018 hatte sich der Stadtrat noch gegen das Hissen der Flagge ausgesprochen, was landkreisweit für Aufsehen sorgte. In Sonneberg flatterte am Gedenktag die weiß-grüne Fahne im Wind, wie schon in den Jahren zuvor – mit Blick auf den Rathausplatz.

Der Flaggentag erinnert an den 8. Juli 1996: An diesem Tag urteilte der Internationale Gerichtshof in Den Haag, dass die Androhung und der Einsatz von Atomwaffen grundsätzlich völkerrechtswidrig sind. 80 Jahre nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki beteiligen sich in Deutschland über 600 Städte – weltweit sind es über 8000 in mehr als 160 Ländern.

Die Initiative Mayors for Peace wurde 1982 vom damaligen Bürgermeister von Hiroshima, Takeshi Araki, ins Leben gerufen. Das Ziel: eine atomwaffenfreie Welt durch internationale Zusammenarbeit, Aufklärung und öffentlichkeitswirksame Aktionen.

Katja Wolf, Vorsitzende des BSW-Landesverbandes Thüringen und selbst ehemalige Bürgermeisterin einer Mayors for Peace-Stadt, betont: „Diese Initiative wurde aus dem Leid der Menschen von Hiroshima und Nagasaki geboren – und genau deshalb berührt sie mich persönlich und politisch ganz besonders.“