Mauersanierung in Gräfinau Dem Einsturz zuvor kommen

Eine Mauer am Angsteder Friedhof ist zum Problem geworden: Sie hat ihre Standfestigkeit verloren und ist eine Gefahr für angrenzende Bebauung. Im neuen Jahr wird das Problem gelöst.

Die entnommenen Mauersteine zeugen von der Sicherung. Foto: Evelyn Franke

Schon ein flüchtiger Blick zwischen Wohnhaus Nr. 20 in Alten Gehrener Straße und den erhöht angelegten Friedhof nebenan lässt erkennen, dass die abgrenzende Mauer womöglich nicht mehr lange ihrer Stützfunktion nachkommen kann. Die von der ausgebeulten Mauer ausgehende Gefahr war bereits seit längerer Zeit von der Stadtverwaltung Ilmenau erkannt und 2024 entsprechende Maßnahmen eingeleitet worden. Parallel zur Notsicherung liefe die Vorbereitung für eine Mauersanierung an. Diese ist nun als Investitionsmaßnahme für Gräfinau-Angstedt im Haushalt 2026 eingeordnet.

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Schutz vor Abrutschen am Friedhof

Die Stützwand sichert den dortigen Geländesprung, heißt es erläuternd aus der Stadtverwaltung. Der insgesamt etwa fünf Meter hohe Geländeerhebung besteht aus einer unteren und einer oberen Wand mit einer zwischenliegenden Berme. Als Berme bezeichnet man einen waagerechter Absatz oder Streifen in einem Hang, der diesen unterteilt und die Standsicherheit erhöht, indem er den Erddruck am Fuß mindert und das Abrutschen verhindert.

Die obere, bis etwa 2,5 Meter hohe Wand, ist eine aus Natursteinen aufgebaute und hinterfüllte Mauer, deren Fugen sind zumeist nicht vermörtelt. Die untere Wand besteht aus einer senkrechten Böschung, die in dem anstehenden Sandstein hergestellt wurde und mit einer Betonschale gesichert ist, beschreibt das Bauamt doe Bauweise der vorhandenen Abgrenzung.

Sofortmaßnahme zur Sicherung

In den letzten Jahren hatte sich ein Teil der oberen Mauer auf einer Länge von rund vier Metern immer mehr ausgewölbt, so dass die Gefahr eines Einsturzes bestand. Das erforderte schließlich im Dezember 2024 handeln: Im Rahmen einer Sofortmaßnahme ist der verformte Mauerbereich abgetragen worden. Entnommenen Steine wurden seitlich gelagert.

Spritzbeton im Einsatz

Eine grundhafte Sanierung der Friedhofsmauer ist geplant und vorbereitet. Hierzu soll ein Teilbereich der Mauer temporär zurück- und ein bewehrter Erdkörper aufgebaut werden. Anschließend soll die Mauer vermörtelt wieder zu errichtet werden. Die untere Mauer wird mit einer rückverhängten Spritzbetonschale gesichert.

Präzisionsarbeit gefragt

Vor allem der sehr eingeengte Bauraum mit dem angrenzendem Privatgrundstück erfordert für die Bauausführung ein hohes Maß an Genauigkeit unter Berücksichtigung der dort vorhandenen zu schützenden Bebauung, ist man sich über die Herausforderung der Baumaßnahme bewusst.

Der Auftrag wurde bereits im Bau- und Vergabeausschuss der Stadt Ilmenau an die Firma Schramm Tiefbau vergeben. Im Rathaus geht man davon aus, dass die bauliche Umsetzung voraussichtlich bis zum dritten Quartal 2026 abgeschlossen sein wird.