Tradition und Gemeinschaft beim Simmersbergfest in Schnett
Da all meine Bemühungen, einen Bericht über das diesjährige Simmersbergfest in Schnett in der regionalen Presse unterzubringen, leider erfolglos geblieben sind, möchte ich auf diesem Weg zumindest rückblickend einige Worte an die Bewohner in Schnett und Umgebung richten – insbesondere an jene, die regelmäßig online unterwegs sind.
Tradition und Gemeinschaft beim Simmersbergfest in Schnett
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Am 25.-27.Juli wurde in Schnett wieder ausgelassen gefeiert – das legendäre Simmersbergfest zog trotz wechselhaften Wetters zahlreiche Besucher an. Die gute Stimmung auf dem Festplatz bewies erneut, welch hohen Stellenwert dieses Ereignis für die Region hat.
Das Simmersbergfest gilt als das größte traditionelle Dorffest in Schnett, einem Ortsteil der Gemeinde Masserberg im Thüringer Wald. Es ist nach dem örtlichen Hausberg, dem 780 Meter hohen Simmersberg, benannt. Gemeinsam mit dem Aussichtspunkt und dem markanten Höhenhaus bildet er eine symbolische Einheit – die Dreieinigkeit von Schnett, Simmersberg und Höhenhaus.
Seinen Ursprung hat das Fest im Jahr 1954, als es unter dem Namen Höhenhausfest zum ersten Mal gefeiert wurde. Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde die Tradition ab 1991 wieder aufgenommen, seitdem findet das Fest jedes Jahr am letzten Juli-Wochenende statt. Im Jahr 2010 wurde es zudem als festlicher Rahmen für das 600-jährige Jubiläum der Ersterwähnung von Schnett genutzt.
Ein Fest für alle Generationen
Das Festwochenende bot ein buntes Programm für Jung und Alt. Den Auftakt bildete am Freitagabend eine mitreißende 90er-Party, bei der bis spät in die Nacht zu den größten Hits des Jahrzehnts getanzt wurde.
Am Samstagabend sorgte die Kapelle Belconda mit einem stimmungsvollen Tanzabend für volle Tanzflächen und beste Unterhaltung. Auch die Line Dance Gruppe aus Eisfeld sowie die Kirmesgesellschaft aus Biberau trugen mit ihren Auftritten zur guten Laune bei.
Der Sonntag stand ganz im Zeichen von Gemeinschaft und Tradition. Nach dem Zeltgottesdienst genossen die Gäste ein zünftiges Mittagessen mit hausgemachten Klößen und Braten – ein kulinarischer Höhepunkt des Festes. Am Nachmittag lud das gemeinsame Kaffeetrinken mit einer großen Auswahl an selbstgebackenen Kuchen zum gemütlichen Verweilen ein. Die Kuchen wurden liebevoll von Schnetter Bürgerinnen beigesteuert.
Die Schnetter Hummel – eine lokale Legende
Ein besonderer Programmpunkt war die Erzählung der »Schnetter Hummel«, einer Figur, die fest in der Ortsgeschichte verankert ist. Der Spitzname der Schnetter Einwohner – liebevoll »Schnetter Hummeln« genannt – geht auf eine kuriose Anekdote zurück: Ein Schnetter brachte in einer Trockenzeit eine summende Kiste aus Eisfeld mit, in der angeblich ein Gewitter war. Als der neugierige Bote die »Gewitterschachtel« öffnete, entflog lediglich eine Hummel – doch wenige Tage später regnete es tatsächlich über Schnett.
Diese humorvolle Geschichte ist typisch für die Eigenart der Schnetter und wird bis heute gerne weitererzählt.
Theater und Erinnerung
Für einen nostalgischen Höhepunkt sorgten Albert und Clara, die mit ihrer Darbietung das Theaterstück »Der Wilddieb« aus dem Jahr 1954 zum Leben erweckten – eine liebevolle Hommage an die Anfänge des Festes.
Eine Gesangseinlage unseres »Urgesteins« Hans Greiner rundete die kulturellen Ereignisse dieses Sonntagnachmittags stimmungsvoll ab. Mit alten Liedern weckte Hans Erinnerungen an vergangene Zeiten und berührte damit besonders die älteren Gäste.
Das Simmersbergfest ist weit mehr als ein Volksfest – es ist ein Ausdruck lebendiger Dorfgemeinschaft und regionaler Identität. Urig, fröhlich, bodenständig – mit Musik, Tanz, Theater und gutem Essen verkörpert es alles, was den Charme von Schnett ausmacht.
Wer einmal das Simmersbergfest und die »Schnetter Hummeln« erlebt hat, versteht, warum diese Tradition so besonders ist.
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