Entgegen der weit verbreiteten Annahme, die Sozialausgaben der Thüringer Kommunen würden immer weiter steigen, weil die Landkreise und kreisfreien Städte angeblich immer mehr Geld für deutsche und nicht-deutschen Bürgergeldempfänger ausgeben müssten, haben die dort zu verzeichnenden massiven Kostensteigerungen ganz andere Ursachen – die maßgeblich auch mit dem demografischen Wandel zusammenhängen. Vor allem nämlich sind die kommunalen Kosten für die Eingliederungshilfe, für die stationäre Jugendhilfe und für die Hilfe zur Pflege in den vergangenen Jahren so massiv gestiegen, dass immer mehr Landkreise und kreisfreie Städte dadurch finanziell in Not geraten. „Das sind die drei großen Kostentreiber“, sagte der Präsident des Thüringischen Landkreistages, Christian Herrgott (CDU), unserer Zeitung. Nötig seien Reformen auf mehreren staatlichen Ebenen, um die sich daraus ergebende Finanznot zu lindern.