„So einen Höhepunkt wie das Maibaumsetzen in der Stadt darf man nicht verpassen“, ist Edwicka Mehl begeistert. Sie findet toll, was nebenbei alles noch geboten wird, besonders für die Kinder. Auch ihre zufällige Nachbarin im großen Getümmel auf dem Mehliser Markt zum Mart-Gezwärwel stimmt dem zu. „Ich bin schon ganz aufgeregt“, sagt sie. „Mein Herz hüpft regelrecht, wenn ich nur die Musik höre.“ Damit meint sie „Die Querschläger“ aus Christes, die mit lautem Getrommel unüberhörbar die Mehlser Kärmes-Burschen mit dem 19 Meter langen Maibaum vom Bürgerhaushof auf den Mehliser Markt begleiten. Dort soll er – vorab hübsch mit Spitze und frischem Kranz geschmückt – für die nächsten Wochen wieder vom bevorstehenden Frühling künden. „Und für eine gute Ernte sorgen sowie böse Geister von der Stadt fernhalten“, betonte der Zella-Mehliser Bürgermeister Richard Rossel. Ebenso, dass der gute Geist für das künftige Oberzentrum erhalten bleiben möge, von dem über die beteiligten Städte Suhl, Zella-Mehlis, Oberhof und Schleusingen hinaus auch die Region profitieren soll. Um das zu unterstreichen, hat er die Stadtoberhäupter dieser Nachbarstädte zum Mart-Gezwärwel eingeladen. Oberbürgermeister André Knapp aus Suhl und Bürgermeister André Henneberg aus Schleusingen sind gekommen. „Denn was wir gemeinsam anpacken, können wir auch stemmen.“ Symbolisch signalisierten sie das am Maibaum, „auch wenn ihr das auch ohne uns geschafft hättet“, betonte er später gegenüber Marita Behr von der Kärmesgesellschaft. Die Burschen geleiteten den am Schelhorn-Kran schwebenden Maibaum an die vorgesehene Stelle, keilten ihn fest und gaben ihn unter „Ais, zwä, drei – Kärmes“ und Böllerschüssen frei.
Mart-Gezwärwel Maibaum nimmt diesmal anderen Weg
Dörthe Lemme 30.04.2023 - 23:52 Uhr