Lanz-Gäste am Donnerstag, 23. Oktober
- Georg Mascolo, Publizist: Der Ex-"Spiegel"-Chefredakteur berichtet von seinen investigativen Recherchen mit Katja Gloger über die deutsche Russlandpolitik der letzten Jahrzehnte. Wird Mascolo den früheren Versuchen zum Ausgleich zwischen Ost und West auch etwas Positives abgewinnen können?
- Katja Gloger, Journalistin: Als Korrespondentin erlebte sie den Zerfall der Sowjetunion. Sie zeichnet nach, wie Deutschland trotz Kriegen, Morden und Kommunismus eine gewisse Faszination für Russland entwickelte.
- Andrey Gurkov, Autor: Der in Moskau geborene Publizist spricht über Putins Machtkalkül und erläutert, wie sich der Blick auf den Westen in der russischen Gesellschaft über die Jahrzehnte gewandelt hat.
- Ukraine-kritische Sichtweisen: Kommen in der Sendung kaum vor, obwohl in Kiew die Korruption der Oligarchen blüht und vor dem Krieg auch dort wenig Interesse an einem Funktionieren des Minsker Abkommens gezeigt wurde. Werden Lanz und seine Gäste wohl "Kiew" oder lieber "Kyjiw" sagen?
Hintergrund: Wie konnte es so weit kommen? In dieser Ausgabe von Markus Lanz beleuchtet die Runde die historische Tiefe der deutschen Russlandpolitik – mit ihrem schwierigen Balanceakt zwischen Verständnis und Verblendung, wirtschaftlicher Kooperation und politischer Naivität. Dabei geht es nicht nur um politische Verantwortung, sondern auch um die Frage, ob die Idee eines Ausgleichs zwischen Ost und West jemals eine echte Chance hatte oder in Zukunft bekommen könnte. Und warum ist es seit 2014 nicht gelungen, auch nur einen Millimeter realpolitisch wirksam auf die verfahrene Situation einzuwirken?