Auf die Frage, wo der Schuh drückt, hat eine Seniorin eine ziemlich präzise Antwort. „Ich brauche einen Mann, möglichst mit Auto und Führerschein“, sagt sie am Stand des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) am Donnerstag in Sonneberg. Am Rand des Monatsmarktes auf dem Bahnhofsplatz in der Kreisstadt haben sich die DGB-Mitarbeiter Denny Möller und Kai Majer mit dem Gewerkschaftsmobil positioniert. „Wo drückt der Schuh?“ ist der Name einer Kampagne, über die die Gewerkschafter auf Marktplätzen über eine Woche im Landkreis Sonneberg unterwegs waren. Die Spielzeugstadt ist Endpunkt der Tour. Die beiden Gewerkschafter, zu denen sich auch Neumitglied Enz Bacigalupo aus Sonneberg gesellt hatte, hören sich die Problembeschreibung der Seniorin an. Sie meine das schon ernst und schildert, dass sie in einem Ortsteil der Gemeinde Föritztal wohne, im eigenen Haus, alleine, aber eben auch ohne individuelle Mobilität. „In meinem Alter kann ich doch keinen Führerschein mehr machen“, sagt sie. Aber sie wolle schon noch im angestammten Haus auf dem Dorf wohnen bleiben, solange es gehe. Und das gehe noch, die Gesundheit lasse es zu, nur eben sei es schwierig, die Einkäufe zu erledigen. Sie war mit dem Bus in die Kreisstadt gefahren, hatte ein Rollwägelchen dabei und wollte gerade zum Bus, um mit ihren Einkäufen wieder nach Hause zu kommen. In die Stadt zu ziehen, so etwas käme aber auch nicht für sie infrage, denn dann müsse sie ihre gewohnte Heimat aufgeben.