Mark Benecke in Bad Salzungen Wenn Serienmorde zur Faszination werden

Das Pressenwerk in Bad Salzungen war ausverkauft, als der Kriminalbiologe Mark Benecke auftrat. Es ging um Themen, bei denen es einem eiskalt den Rücken runterlief.

Serienmorde, Kindermorde und Kannibalismus: Das sind keine Themen, bei denen man gerne hinhört. Dennoch schaffte es der Kriminalbiologe Mark Benecke am Samstagabend, eine gewisse Faszination bei den Leuten zu wecken.

Zu Beginn wurde über Serienmorde gesprochen. Benecke sagte: „Die Menschen meinen, dass Thema wäre durch, ist es aber nicht.“ Er wies darauf hin, dass das Thema mittlerweile weniger medial präsent sei. „Damals war es sexy, darüber zu berichten“, erklärte er. Trotzdem würde es immer noch Serienmorde geben. Der Spezialist für forensische Entomologie (Insektenkunde) wusste bei seinem Publikum anzukommen und sorgte trotz der schaurigen Themen für einige Lacher. Ob das angebracht war oder nicht, darüber lässt sich streiten. Aber klar ist auch, seine Fans scheinen ein dickes Fell zu haben. Es wurden beispielsweise Bilder von stark entstellten Leichen oder sogenannten „Trophäen“ der Täter – gerne Hautfetzen, Zähne oder Kleidung – gezeigt. Mark Benecke stellte verschiedene Serienmörder vor. Zum Beispiel das Ehepaar Paul Bernardo und Karla Homolka, die kollektiv junge Frauen vergewaltigten und ermordeten. Auch der schlimmste Serienmörder der USA, Samuel Little, wurde analysiert. Er hat 93 Morde in 19 Bundesstaaten gestanden. Weitere Namen auf der Liste des Grauens waren der BTK-Killer, der Rhein-Ruhr-Ripper oder Vater Denke. Mark Benecke ging auf die Psyche der Serienmörder ein und stellte zwischen allen eine Gemeinsamkeit her, nämlich extreme Bindungsstörungen. „Zudem sind Serienmörder immer sehr eitel, nicht nur auf die Kleidung bezogen. Sondern sie wollen immer die meiste Anerkennung haben“, sagte er. Um Serienmörder zu analysieren, müsse man immer die Meinung ausblenden und deren Logik verstehen, predigte Mark Benecke.

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