Der Opfer des Nationalsozialismus gedachten während einer Kranzniederlegung am Samstagvormittag Mitglieder der im Stadtrat vertretenen Parteien CDU, Pro-Son/FDP, AfD, SPD und Linke. Als erste legten Bürgermeister Heiko Voigt, Landrat Robert Sesselmann (AfD) und Landtagsmitglied Beate Meißner (CDU) Kränze am Mahnmal für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft nieder (linkes Bild). Für die Linke beteiligte sich Thüringens Infrastrukturministerin Susanna Karawanskij an der Veranstaltung. An die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 erinnerte Bürgermeister Heiko Voigt. Er zitierte den sowjetischen Filmemacher Alexander Woronzow, der selbst dabei war: „Was ich dort gesehen und gefilmt habe, war das Schrecklichste, was ich während des Krieges je gesehen und aufgenommen habe.“ 1,5 Millionen Menschen wurden in Auschwitz ermordet, der größte Teil Juden. Warum gehe er darauf ein, fragte Voigt während der Feierstunde. „Weil nicht nur in unserem Land wieder Mahnmale an diese Zeiten beschädigt, Fahnen angezündet und Menschen jüdischen Glaubens angegriffen werden“, so der Bürgermeister. Es sei zutiefst beunruhigend, dass auch heute, viele Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, Hass, Vorurteile und Extremismus weiter existieren. Man werde Zeuge von ethnischen Konflikten, religiöser Diskriminierung und Angriffen auf Minderheiten in verschiedenen Teilen der Welt. Auch in Deutschland gebe es wieder Menschen, die gedankenlos die Geschehnisse der Nazizeit verharmlosen oder gar leugnen. Dagegen helfen Veranstaltungen, wie die am Holocaust-Gedenktag, der an jenem Tag begangen wir, an dem Auschwitz befreit wurde. „Wir müssen aktiv gegen Hass und jegliche Diskriminierung eintreten, uns für Toleranz und Respekt einsetzen und sicherstellen, dass die Werte der Menschlichkeit in unserer Gesellschaft fest verankert sind“, mahnte Bürgermeister Voigt.
Mahnen Parteien gedenken der Opfer des Nationalsozialismus
Redaktion 28.01.2024 - 00:00 Uhr