Maaßen auf Twitter Hans-Georg Maaßen mit Südthüringen gegen Julius Cäsar

„Ich möchte gerne dazugehören“: CDU-Kandidat Hans-Georg Maaßen. Foto: Michael Reichel/ari (Michael Reichel)

Wie Asterix seine Gallier gegen Rom verteidigte, so sieht Hans-Georg Maaßen seine Rolle in Südthüringen: Wir von hier gegen die da oben. Ein Tweet des neuen CDU-Bundestagskandidaten sorgte jetzt für Belustigung – und für Fragen nach der Orts- und Geschichtskenntnis des Rheinländers.

Suhl - Vereint und standhaft gegen die Römer, gegen die Bayern und gegen die DDR-Führung: So sieht der neue CDU-Bundestagskandidat Hans-Georg Maaßen sich und seine neuen Südthüringer Freunde in der Weltgeschichte. Jedenfalls, wenn es nach einem Posting auf dem Kurznachrichtendienst Twitter geht, mit dem der Ex-Verfassungsschützer im Netz nun für Verwunderung und Erheiterung gesorgt hat. „In Südthüringen lebt ein starkes, liebenswertes, aber durchaus auch selbstbewusstes und wehrhaftes Volk, das allergisch auf Ratschläge und Weisungen aus Rom, München oder Ost-Berlin reagierte. Auch wenn sie von Julius Caesar persönlich kamen. Ich möchte gerne dazugehören!“, schrieb er nach seiner Nominierung.

Hinweise von Internet-Nutzern, dass es zu Caesars Zeiten vor rund 2000 Jahren gar kein Südthüringer Volk gab und die Region auch später weder von München noch von Rom aus regiert wurde, ließ Maaßen unbeantwortet. Auch die Vermutung, dass der Rheinländer den Thüringer Wald mit dem Teutoburger Wald im heutigen Nordrhein-Westfalen verwechselte, wo tatsächlich einst Germanen die Römer schlugen – allerdings mehr als 50 Jahre nach Caesars Tod – blieb unkommentiert.

Möglicherweise wollte Maaßen einfach nur auf Asterix’ unbeugsames französisches Dorf am Rande des Römischen Reiches anspielen und auf die Empörung von Kanzlerin Angela Merkel und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder über die AfD-Nähe von Thüringer Christdemokraten. Als Anfang 2020 in Thüringen CDU, FDP und AfD unter dem Applaus Maaßens gemeinsam einen Ministerpräsidenten gewählt hatten, gehörte Merkel zu den Kritikern; sie forderte damals, die Wahl müsse „rückgängig gemacht werden“. Dies wiederum hatte der rechtskonservative Flügel der CDU, insbesondere in Südthüringen, scharf kritisiert.er

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