Die weiße Tür zum Gehege steht sperrangelweit auf. Doch es tut sich nichts. Carlo traut dem Frieden nicht. Anstatt in die Freiheit zu sprinten, versteckt es sich lieber. Zehn Minuten vergehen und noch immer fehlt von dem Luchs jede Spur. Also müssen Förster Ronny Eckhardt und Markus Port, Luchsexperte vom BUND, ran. Sie schnappen sich die ihre hölzernen Schilde, mit denen sie das Tier langsam und mit Bedacht gen Ausgang scheuchen wollen. Und das klappt auch. Schon kurze Zeit später steht Carlo an der Tür und schaut neugierig in den Wald. Langsam und bedächtig schlendert er schließlich aus seinem Zuhause auf Zeit in Richtung Wald. Er wirft noch einen Blick zurück, ehe er im Dickicht zwischen mehreren kleinen Fichten verschwindet. „Das sind ganz besondere Momente, die man nicht oft erlebt. Und es sind auch immer nur ein paar Sekunden, in denen man einen Luchs zu sehen bekommt“, sagt der Oberhofer Forstamtsleiter Jan Pietzko.