Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hat bekannt gegeben, welche Bücher im Rennen um den Deutschen Buchpreis 2025 sind.
Die Longlist für den Deutschen Buchpreis 2025 ist nun bekannt gegeben. Welche Bücher für die Auszeichnung nominiert sind und was die dominierenden Themen sind.
Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hat bekannt gegeben, welche Bücher im Rennen um den Deutschen Buchpreis 2025 sind.
Nach der Werbung weiterlesen
Zwölf Autorinnen und acht Autoren sind mit 20 ganz unterschiedlichen Titeln auf der Liste vertreten, darunter bekannte Namen wie Feridun Zaimoglu, Nava Ebrahimi und Peter Wawerzinek.
Mit von der Partie sind autobiografisch geprägte Romane über den Amoklauf in Erfurt, den Ukraine-Krieg oder den Verlust des Vaters. Es geht um Identität, Herkunft und Zugehörigkeit – und immer wieder um Familie. Die Themen sind oft düster und schwer, doch auch Humor und Leichtigkeit finden ihren Platz. Die Texte zeichnen sich durch vielfältige Erzählformen und ganz eigene Tonlagen aus.
„Sprachgestaltung, Erzählverhalten und die beängstigende Gegenwart haben uns im fragilen Jahr 2025 unter anderem in der Jury-Debatte geleitet“, sagte Jurysprecherin Laura de Weck. Viele Autoren würden entweder in die Vergangenheit oder in die Zukunft blicken, um das Heute zu spiegeln.
Was auffällt: Viele Titel auf der Liste haben autobiografische Züge. „Der Trend zum Autofiktionalen ist ungebrochen“, sagt die Jurysprecherin. Feridun Zaimoglus „Sohn ohne Vater“ erzählt eindringlich von einem trauernden Sohn, einer Reise in die Türkei und vom Zusammenhalt einer Familie. In Kathrin Bachs Debüt geht es um die westdeutsche Provinz der 1990er Jahre, in der sich Erinnerungen, Bilder und Listen zu einer tragikomischen Familiengeschichte zusammenfügen.
Peter Wawerzinek schreibt nach einer Krebs-Diagnose über die menschliche Vergänglichkeit, aber auch von Liebe und Kraft für die Heilung. Kaleb Erdmann, der als Kind den Amoklauf an einem Erfurter Gymnasium miterlebte, nähert sich diesem in „Die Ausweichschule“. Und Jehona Kicaj erzählt in ihrem Debüt „ë“, vom Aufwachsen eines Kinds von Geflüchteten aus dem Kosovo.
Auf der Longlist finden sich sowohl etablierte Autorinnen und Autoren als auch literarische Newcomer. Gleich sechs Schriftstellerinnen – Bach, Khayyer, Kicaj, Nandi, Schwenk und Sironic – haben es mit ihrem Debüt direkt auf die Liste geschafft. Andere, wie Köhlmeier, Zaimoglu, Wunnicke, Wawerzinek, Melle, Lüscher und Elmiger, waren bereits in früheren Jahren für den Buchpreis nominiert.
Insgesamt hat die Jury mehr als 200 Titel gesichtet, die zwischen Oktober 2024 und Mitte September 2025 erschienen sind oder noch erscheinen. Der Deutsche Buchpreis gilt als eine der wichtigsten Auszeichnungen im Literaturbereich und ist mit insgesamt 37.500 Euro dotiert: Der Sieger erhält 25.000 Euro, die übrigen Autoren der Shortlist jeweils 2.500 Euro. Im vergangenen Jahr ging die Auszeichnung an Martina Hefter für ihren Roman „Hey guten Morgen, wie geht es dir?“.
Der Sieger oder die Siegerin wird am 13. Oktober 2025 verkündet - dem Tag vor Eröffnung der Frankfurter Buchmesse. Die Shortlist kommt am 16. September 2025 heraus.
Mit Agenturmaterial