Lokalsport Sonneberg "Ich bin nun mal von Herzen Skispringer"

Bleibt Trainer in Oberhof: Jens Greiner-Hiero vor knapp einem Jahr bei der offiziellen Saisoneröffnung des Thüringer Skiverbandes in der Oberhofer Skihalle. Foto: Gerhard König Quelle: Unbekannt

Jens Greiner-Hiero ist ab 1. Dezember neuer Sprungtrainer beim Thüringer Skiverband. Der einst selbst so erfolgreich Aktive aus Lauscha freut sich auf die neue und zugleich vertraute Herausforderung.

Oberhof/Lauscha - Max Kaiser, der bisherige Sprungtrainer beim Thüringer Skiverband (TSV), hat das Handtuch geworfen - nach nur einem Jahr als Nachfolger von Sven Schmidt. Kaiser hat eine neue Herausforderung in Norwegen gefunden. Ein Umstand, den Jens Greiner-Hiero als Chance sieht. Der Lauschaer hat sich auf die zum 1. Dezember zu besetzende Stelle beworben und wird sie, obwohl noch online ausgeschrieben, auch offiziell zum Stichtag antreten. Gleichzeitig kann Greiner-Hiero sein bisheriges Amt als Sichtungstrainer natürlich nicht mehr wahrnehmen.

Vor etwas mehr als einem Jahr hatte Greiner-Hiero die neu besetzte Trainerstelle beim TSV angetreten. "Nach 25 Jahren Sprungtrainer in Lauscha war halt mal was Neues angesagt", begründet Greiner-Hiero den Wechsel nach Oberhof. "Und die Arbeit war schön, echt", meint er rückblickend. Man habe ein völlig neues Konzept auf die Beine stellen müssen, viele neue Projekte wie den virtuellen Mehrkampf oder mit dem Skiteppich "angeleiert", sei in vielen Schulen - "von Eisenach bis Lobenstein" - auf der Suche nach Talenten unterwegs gewesen, habe eine Jugend-Aktiv-Messe organisiert und die Wintersportdisziplinen in Thüringen auf eine neue Art verknüpft. "Das war ein echt interessanter und schöner Job", bewertet der Lauschaer die nunmehr "alte" Stelle.

"Aber ich bin nun mal von Herzen Skispringer und Sprungtrainer", begründet Greiner-Hiero den erneuten Stellenwechsel. Bereits im vergangenen Jahr hatte er schon mit diesem Posten geliebäugelt. Nun sei die Stelle ausgeschrieben gewesen. Da habe er "zugeschlagen".

Die Aufgabe ist für Greiner-Hiero zwar eine neue, aber keineswegs unvertraut. Bereits seit Anfang November erledigt er kommissarisch die Aufgaben des TSV-Sprungtrainers in Oberhof, denn "man kann ja die Kids jetzt nicht in der Luft hängen lassen." Ein, zwei kleine Unterschiede im Vergleich zu seiner alten Sprungtrainer-Tätigkeit in Lauscha hat der neue Job dann aber doch: Man führe in Lauscha die kleinen Talente an das Niveau der Sportschule heran. "Diesmal darf ich eine Stufe weiter oben mithelfen", gibt sich Jens Greiner-Hiero bescheiden. "Wir wollen auch im Skispringen weiter vorankommen und unsere Talente an das Weltcup-Niveau heranführen." Sein neuer Job sei da ein Baustein dieser Arbeit. Anders als bisher wird aber der Sichtungstrainer nicht mehr kreuz und quer durch Thüringen fahren: "Mein Arbeitsweg wird sich auf die Fahrt nach Oberhof beschränken, abgesehen von Trainingslagern und Wettkämpfen an Wochenenden."

Ob seine mittlerweile zehnjährige Tochter künftig auch bei ihm in Oberhof trainieren wird, will Greiner-Hiero nicht ausschließen. Chiara Kaori gilt als hoch talentiert, allerdings in noch weiteren Sportarten. "Sie ist hin- und hergerissen", beschreibt Vater Jens die Situation in der Sportlerfamilie, nimmt aber den Druck etwas raus: "Sie hat ja noch zwei Jahre Zeit."

Beim TSV ist man über die neue Gemengelage im Bereich "Sprung" hocherfreut, denn mit Jens Greiner-Hiero sei ein ganz erfahrener Trainer beim Verband gehalten worden. "Wir werden doch unsere guten Trainer nicht entlassen", meint Frank Eismann, Geschäftsführer beim Skiverband, auf die Frage, ob der Lauschaer angesichts der Stellenausschreibung für den Posten eines Sichtungstrainers nach nur einem Jahr schon wieder aufhöre ...

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