Lokalsport Ilm-Kreis Sieben Skisportler vom Ilm-Kreis in den neuen DSV-Kaderlisten

Der Frankenhainer Biathlet Philipp Horn erhält den Status „Perspekivkader“ und gehört der Lehrgangsgruppe I a an, was de facto die A-Nationalmannschaft ist. Foto: Gerhard König

In den Kadereinstufungen für die kommende Wintersaison, die der Deutsche Skiverband (DSV) in dieser Woche bekannt gegeben hat, tauchten sieben Sportler aus Ilm-Kreis-Vereinen auf.

Frankenhain/Schmiedefeld - Jedes Jahr im April wird beim Deutschen Skiverband (DSV) schwer an personellen Schalthebeln gedreht, um die Kadereinstufungen für die kommende Wintersaison festzulegen. Das ist höchst bedeutsam, denn der Kaderstatus entscheidet auch, unter welchen materiellen und vor allem finanziellen Bedingungen der jeweilige Sportler fortan trainieren kann. In dieser Woche nun gab der DSV seine Kaderlisten für 2021/22 bekannt. Sieben Sportler aus Ilm-Kreis-Vereinen sind dabei: Vier Biathleten, zwei Nordische Kombinierer und ein Skispringer.

Im Biathlon ist das zunächst der unverwüstliche Matador Erik Lesser (Eintracht Frankenhain), der auch als einziger Ilm-Kreis-Sportler den Status „Olympiakader“ besitzt – als nur einer von drei deutschen Biathlon-Männern neben Benedikt Doll und Roman Rees. Erik Lessers Vereinskollege Philipp Horn ist dagegen als „Perspektivkader“ eingestuft und gehört neben vier weiteren Biathleten mit diesem Attribut zur insgesamt siebenköpfigen Lehrgangsgruppe I a – gleichbedeutend mit einer A-Nationalmannschaft, wie man das in anderen Sportarten vielleicht nennen würde.

In den Lehrgangsgruppen II a des Biathlons, vergleichbar mit einer Nachwuchs-Nationalmannschaft, finden sich zwei weitere Skijäger von Eintracht Frankenhain: Natalie Keller und Oscar Barchewitz. Beide kommen aus dem Jahrgang 2001, sind die jüngsten Junioren bei den Mädchen bzw. den Jungs und haben die Einstufung „Nachwuchskader 1“ erhalten, das entspricht dem früheren C-Kader-Attribut.

Nathalie Keller stammt eigentlich aus Steinbach-Hallenberg, betrieb dort zunächst Skilanglauf und sattelte vor zwei Jahren auf Biathlon um, weshalb sie sich dann auch einem Biathlonverein anschloss. Logischerweise ist sie läuferisch extrem stark. Der Geschwendaer Oscar Barchewitz wiederum hat es als Jahrgangsbester des letzten Winters in diese Kategorie geschafft. „Diese Einstufung ist für beide ein großer Erfolg“, schätzt Thüringens Biathlon-Trainer Uwe Lesser ein. Der frühere Junioren-Weltmeister Max Barchewitz bekam dagegen im Männerbereich keinen Kaderstatus, trainiert aber weiter in der Sportfördergruppe der Bundeswehr.

In der Nordischen Kombination gehört die inzwischen WM-erfahrene Maria Gerboth vom WSV Schmiedefeld zur insgesamt fünfköpfigen Lehrgangsgruppe I a der Frauen. Dass sie dennoch nur als „Nachwuchskader 1“ eingestuft ist hängt mit dem aktuell immer noch sehr niedrigen Standing dieser Frauen-Disziplin im deutschen Sport-System zusammen. Da diese nämlich noch nicht olympisch ist gibt es für die Kombiniererinnen auch noch kein eigenes Budget (bei den Skispringerinnen ist das inzwischen anders), sondern man muss vom Gesamtbudget der Nordischen Kombination einen speziellen „Frauen-Anteil“ bilden.

In die Lehrgangsgruppe II b der Nordischen Kombinierer, mit insgesamt 14 Nachwuchs-Zweikämpfern aus den Jahrgängen 2005 bis 2007, ist auch Marias Vereinskollege Hannes Wenzel als „Nachwuchskader 2“ (früher: D/C-Kader) aufgenommen worden, der nach zwei Wettkämpfen im vergangenen Winter Platz drei in der Gesamtwertung des Schülercups holte.

Während es erwartungsgemäß im Skilanglauf keine deutschen Kadersportler aus Ilm-Kreis-Vereinen gibt kämpft beim den Skispringern Justin Lisso vom WSV Schmiedefeld in der zehnköpfigen Lehrgangsgruppe I b (also der B-Nationalmannschaft) um den Anschluss an die erweiterte deutsche Spitze. Nach seiner langwierigen Verletzung und der noch daraus resultierenden schwierigen Saison 2020/21 hat er den Status „Ergänzungskader“ bekommen. Als Mitglied des I b-Teams kann er sich Startrechte für den Continental-Cup erkämpfen und sich dort dann weiter sportlich ins Gespräch bringen. „Jetzt sind Durchhaltevermögen und Kampfgeist gefragt“, schätzt sein Vereinsvorsitzender Jörg Brömel die Situation ein.

Neben diesen sieben Athleten sind drei frühere Wintersportler vom Ilm-Kreis als Disziplintrainer dabei: Peter Sendel (Biathlon, I b-Frauen), Erik Schneider (Skilanglauf, I a-Frauen) und Jens Filbrich (Skilanglauf, II b-Männer). Die vom Gerataler Fußball bekannten Robin Keiner (Physiotherapeut) und Rick Brandl (Analytiker) gehören nach wie vor zum Betreuerstab beim Biathlon.

Autor

 

Bilder