Lokalsport Ilm-Kreis Laufen und Reaktivieren bei der SpVgg Geratal

Fabian Paradies (2. von links), hier beim letzten Thüringenliga-Derby gegen Martinroda, könnte im Frühjahr wieder öfter für die Gerataler zum Einsatz kommen. Foto: Gerhard König

Während Fußball-Thüringenligist SpVgg Geratal seinen Trainingsplan verändern muss, arbeitet er auf eine „zweite Reaktivierung“ von Fabian Paradies hin.

Geraberg/Geschwenda - Kein Spiel, kein gemeinsames Training und vor allem keine Aussicht, dass sich das in absehbarer Zeit ändern könnte: „Wir stehen irgendwie im Niemandsland“, so Robin Keiner, Trainer von Fußball-Thüringenligist SpVgg Geratal, zur aktuellen Situation. Im (wenn auch nur vagen) Glauben, im Dezember vielleicht noch dreimal spielen zu können bzw. zu müssen hatten er und sein Coach-Kollege Hannes Wollenschläger bis zur letzten Woche ein fußballspezifisches Lauf-Trainingsprogramm aufgelegt (zum Beispiel mit Intervallläufen), damit man für diese drei Spiele zumindest athletisch in Form sein würde. Das war nicht ganz so „fantasievoll“ wie nebenan bei Oberligist FSV Martinroda, bei dem Trainer Heiko Nowak ja sogar ein wöchentliches Kreistraining als obligatorisch angeordnet hatte. „Natürlich lässt sich damit vom Trainingseffekt her eine Menge erreichen“, meint der Gerataler Trainer dazu, „aber wir dürfen auch nicht vergessen, dass in unserer Klasse die Spieler voll im Arbeitsleben drin stecken und man das Trainingsprogramm auch darauf abstimmen muss. Deshalb ging es bei uns nur um Lauftraining, was zwangsläufig etwas langweiliger ist.“ Ähnlich wie bei Martinroda mussten aber auch die Gerataler online „Rechenschaft ablegen“ über ihren Trainingsfleiß und die absolvierten Laufeinheiten rückmelden. „Grundsätzlich vertraue ich meiner Mannschafte schon, aber hier ist Kontrolle besser“, so der Coach. „Wir haben auch einen kleinen Anreiz gesetzt und festgelegt, dass jeder, der nicht auf die vorgeschriebene Zahl der Einheiten kommt, in die Mannschaftskasse einzahlen muss.“

Da nun aber der Corona-Stopp bis mindestens 10. Januar verlängert wurde ist das Laufprogramm nun etwas reduziert worden. Eine zweiwöchige Weihnachtspause gibt es auch; im Januar soll der Trainingsmotor dann aber sofort wieder anlaufen. „Wir wissen nicht, wann es wieder losgeht. Darüber wird viel diskutiert, aber darauf haben wir hier kaum Einfluss“, meint Robin Keiner. „Für uns ist es wichtig, dann wieder mit der Form voll da zu sein, wenn es soweit ist.“

Keiner war auch mit der Trainingsdisziplin seiner Mannen recht zufrieden (die Mannschaftskasse dann wohl aber nicht so sehr ...), musste aber drei Stammspieler aus dem Programm nehmen: Zum einen Manuel Döring, der sich beim mit 1:3 verlorenen Heimspiel gegen Schott Jena eine schwere Verletzung zuzog, die sich als Kreuzbandriss erwies und leider einen sehr langen Genesungsprozess nach sich zieht. Für Christopher Thuraus Innenbandverletzung und deren Heilung erwies sich die Spielpause als eher günstig; Kurt Kitzig plagt sich mit einem Fußsohlenproblem herum. Joaquin Nanez aus der „Erfurt-Gruppe“ wird länger in seine Heimat zurückkehren und erst im Frühjahr zurück erwartet, ansonsten zeichnen sich aber keine weiteren personellen Verluste ab. Im Gegenteil: Es gibt aktuell einige Anzeichen, dass der nach Nordrhein-Westfalen umgezogene Fabian Paradies seinen Standby-Modus aufgibt und wieder häufiger für die Gerataler Spiele zur Verfügung steht.

Eine ordnende Hand im Spielaufbau wäre auch dringend geboten, denn nach der 0:3-Niederlage in Sondershausen, im letzten Punktspiel vor dem Lockdown, ist Geratal bei der Spielbilanz und auch beim Torverhältnis wieder in den roten Bereich gerutscht. „Das war ein ziemlich frustrierendes Spiel, das hatten wir uns anders vorgestellt“, so Robin Keiner im Rückblick. „Wir müssen insgesamt in unserem Auftreten selbstbewusster werden; es gingen zu häufig die Köpfe zu schnell nach unten, wenn wir in Rückstand geraten sind. Das führt dann dazu, dass wir uns zu wenig Chancen erarbeiten und die auch noch schlecht nutzen. Da müssen wir den Hebel ansetzen, wenn wieder trainiert werden kann.“ Aber wie gesagt: Wann das sein wird, das liegt im „Niemandsland“.

 

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