Lokalsport Ilm-Kreis Goretzka ist das Vorbild

Kündigt seinen Abschied vom FSV Martinroda während der Winter-Wechselperiode an: Ilmenaus Ex-Torjäger Marc Fernando. Foto: Andreas Heckel

FSV Martinroda: Trainer Heiko Nowak rechnet mit frühestem Trainingsbeginn in der ersten Januar-Woche. Verletzter Neuzugang Max Graubner kehrt nicht zur Mannschaft zurück. Bei Stürmer Marc Fernando zeichnet sich der Abschied in der Winterpause ab.

Martinroda - Anspruchsvolles individuelles Training zu Hause, und zwar weiterhin dreimal pro Woche – auf dass man für eventuell noch auszutragende drei Dezember-Punktspiele gut gerüstet sei. Mit dieser Devise hatte Heiko Nowak, der neue Trainer des Fußball-Oberligisten FSV Martinroda, seine Spieler in den Teil-Lockdown des Novembers geschickt. Inzwischen haben sich aber auch die drei im Dezember angesetzten Spieltage in Luft aufgelöst und der aus Hoyerswerda stammende frühere Erfurter Zweit- und Regionalliga-Spieler muss sein „Individualkonzept“ nun bis ins neue Jahr erweitern.

„Ich habe den Jungs für ihren Einsatz bei diesem Individualtraining gedankt“, so der 52-Jährige, der von seinen Schützlingen konkrete Nachweise über das absolvierte Home-Training verlangt und offenbar auch reichlich bekommen hatte. „Sie waren sehr pflichtbewusst und haben das im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch nachgewiesen. Ich hatte das zwar auch so gehofft. Aber wenn man erst fünf Wochen mit einer Mannschaft zusammen ist und dann schon wieder ein Break kommt, dann kennt man die Truppe natürlich noch nicht so genau. Freilich: Das Ergebnis von all dem sieht man erst, wenn man gemeinsam mit der Mannschaft wieder auf dem Platz steht.“

Aber wann wird das sein können? Heiko Nowak stellt sich vorerst auf den bzw. ab dem 4. Januar ein. „Erstens ist das die erste volle Woche nach den Feiertagen und zweitens will ja die Regionalliga Nordost möglichst am Wochenende 23. und 24. Januar wieder starten – natürlich nur sofern die Corona-Pandemie bis dahin entsprechend abgeflaut sein sollte. Und ich könnte mir vorstellen, dass das dann auch für die Oberliga gilt und man damit drei Wochen gemeinsame Mannschaftsvorbereitung haben sollte.“

Bis zum Weihnachtsfest sollen Nowaks Schützlinge sich nun weiter individuell fit halten. Die Trainingsintensität und die Umfänge dürfen etwas zurückgefahren werden, „aber vier Wochen lang die Beine hochlegen, das geht auch nicht“, so der Coach, der als Beispiel den Bayern-München-Profi und Nationalspieler Leon Goretzka anführt: „Man muss sich nur mal seinen Körper vergegenwärtigen, wie er vor und nach der Spielpause war, und die Leistungen, die er nach dem Re-Start gebracht hat. Dann sieht man, was ein Fußballer auch im Lockdown so aus sich machen kann. Das kann man natürlich nicht eins zu eins auf einen Amateurfußballer übertragen; als Orientierungspunkt eignet es sich aber schon.“ Vor allem das Zirkeltraining zum Krafttanken empfiehlt Martinrodas Coach dringend zur Fortsetzung auch in diesem Monat, dazu die üblichen Laufeinheiten. Nach den Feiertagen soll dann die Intensität wieder gesteigert werden.

Was kann nun aus dieser unterbrochenen Punktspielsaison 2020/21 für den FSV Martinroda in der Oberliga Nordost/Staffel Süd noch werden? Für Heiko Nowak ist zunächst mal klar: „Anders als in der Regionalliga ist es in unserer Spielklasse illusorisch, Spieltage unter der Woche zu absolvieren. Man sollte daher zumindest versuchen, eine Halbserie durchzubekommen, dann wäre erst mal die Quotientenregel anwendbar. Unser Ziel sollte es deshalb sein, am Ende dieser Hinrunde über dem Strich zu stehen, der die Absteiger vom restlichen Tabellenfeld trennt. Wenn dann noch Spieltage übrig bleiben sollten, die aber nicht mehr für eine komplette Rückrunde ausreichen, und man beschließt noch eine Playoff-Runde, dann sind wir Sportler genug, uns dem zu stellen.“ Als Tabellen-15. ist der FSV Martinroda derzeit ohnehin noch nicht über diesen bewussten Strich geklettert, hat aber nur noch zwei Punkte Rückstand auf Platz 13, auf dem Blau-Weiß Zorbau rangiert.

Zwei Spieler werden dem FSV Martinroda beim Re-Start der Saison voraussichtlich nicht mehr zur Verfügung stehen: Der zu Beginn dieser Spielzeit vom Chemnitzer FC-Nachwuchs gekommene Verteidiger Max Graubner ist nach seinem Kreuzbandriss, den er im Spiel gegen den Ludwigsfelder FC (2:5) bei einem unglücklichen Zweikampf mit dem Gästetorwart erlitten hatte, zwar operiert worden, möchte aber nach seiner Genesung nicht mehr in den Leistungsfußball zurück kehren. Für den 19-Jährigen war es schon der zweite Kreuzbandriss in seiner Laufbahn; er möchte sich daher nun in seiner erzgebirgischen Heimat erst einmal neu orientieren.

Des Weiteren zeichnet sich der Abschied von Marc Fernando ab. Der frühere Ilmenauer Torjäger hat auf Anfrage seine Absicht bestätigt, in der Winterperiode den FSV zu verlassen, um wieder mehr Spielzeit auf dem Platz zu haben. Zuletzt gehörte er nicht mehr zur Martinrodaer Startelf. Und da Marc Fernando, familiär bedingt, weder in der Thüringenliga noch außerhalb des Kreises weiterspielen will wäre natürlich, wie er auch selbst bestätigte, sein Heimatverein SV Germania der erste „Ziel-Verein“.

Immerhin hätten dann schon vier Spieler ihren Abschied aus dem Martinrodaer Oberligakader 2020/21 bekannt gegeben bzw. angekündigt: Neben Graubner und Fernando sind das auch Chris Griebel und Rudi Müller, die schon während der Hinrunde das Handtuch werfen mussten, weil sie berufsbedingt den Trainingsumfang nicht mehr gewährleisten konnten. Es ist absehbar dass sich der FSV dafür in der Winterpause um Ersatz bemüht.

 

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