Lokalsport Ilm-Kreis Biathlet Lars-Erik Weick fehlen im Corona-Winter die Wettkämpfe

Bei internen Ausscheidungsrennen Mitte Dezember in Ruhpolding (unser Foto) kann Lars-Erik Weick den sehr guten Eindruck vom ersten Wettkampfwochenende eine Woche später leider nicht bestätigen. Foto: Imago/Ernst Wukits

Biathlet Lars-Erik Weick von Eintracht Frankenhain verpasst am Saisonbeginn den Sprung in die deutschen Weltcup- bzw. IBU-Mannschaften. Dadurch fehlen ihm jetzt Wettkämpfe.

Oberhof/Frankenhain - Nach einem Trainingsblock über das Wochenende und den sich anschließenden Montag hinweg hat Erik Weick am Dienstagvormittag nun erst mal eine Pause und nutzt sie, um sich seinem Fernstudium zu widmen: Betriebswirtschaft und Management. „Das läuft recht gut und ist ein Plan B“, berichtet der 24-jährige Stabsgefreite der Bundeswehr. Der bisherige Saisonverlauf ist ein Anlass mehr, sich mit solchen Alternativen zu beschäftigen. Denn der aus Langewiesen stammenden Skijäger, der jetzt in Erfurt wohnt, hat es leider nicht geschafft, sich in vordere Reihen der deutschen Biathlon-Gilde hinein zu kämpfen, weiß aber andererseits auch: „In meinem Alter müsste man den Fuß eigentlich fest in dieser Tür haben.“

Als 15-Jähriger hatte der Biathlet vom SV Eintracht Frankenhain seinerzeit für Aufsehen gesorgt, als er die Deutsche Schülercup-Serie dieser Altersklasse gewann und sich danach mit dem Titel „Deutscher Meister“ schmücken durfte. Die Leser unserer Zeitung wählten ihn daraufhin zum Kandidaten für die Ehrung als Sportler des Jahres der Region. Als Jugendlicher gehörte er weiter mit zur deutschen Spitze seines Altersbereichs, war zum Beispiel zweimal Zweiter bei europäischen Jugendspielen und holte einmal Staffel-Silber bei der Junioren-Weltmeisterschaft. Im Männerbereich fiel es ihm dann jedoch sichtlich schwerer, den erwähnten Fuß in die Tür zu bekommen bzw. ihn dort drin halten zu können.

„Im Sommer konnte ich in unserer Oberhofer Trainingsgruppe eigentlich normal mittrainieren und die Vorbereitung auf die Wettkampfsaison lief recht gut“, schätzt er ein. Diese Trainingseindrücke bestätigten sich jedoch bei der Deutschen Meisterschaft Anfang September in Altenberg nicht: Die Ränge 16 im Einzel-Rennen, 40 im Sprint (nach vier Strafrunden) sowie 33 in der Verfolgung genügten nicht, um sich noch einen freien Platz für die Weltcup- bzw. IBU-Cup-Mannschaften zu schnappen.

Eine zweite Chance ergab sich dann noch einmal Mitte Dezember bei insgesamt sechs internen deutschen Ausscheidungsrennen für Männer und Junioren in Ruhpolding – je einmal Einzel, Sprint und Verfolgung an zwei Wochenenden. „Am ersten Wochenende lief es auch sehr gut für mich“, rekapituliert Erik Weick. „Ich war vorn mit dabei und eigentlich stand da die Ampel schon auf Grün. Aber am zweiten Wochenende kam ich dann nur auf Plätze im Mittelfeld und die Ampel schaltete auf Rot um.“ Will heißen: Es gab keinen Platz für ihn im IBU-Cup-Team für die im Januar angesetzten Rennen – und sonstige Wettkämpfe fanden bisher Corona-bedingt nicht statt. „Man steht dadurch so ein bisschen in der Luft“, muss er realistisch einschätzen. Vielleicht gibt es ein Alpencup-Rennwochenende Anfang Februar am Großen Arber im Bayrischen Wald, im Nachgang zum dort geplanten IBU-Cup und wenn dabei in Sachen Hygienekonzept alles wie geplant läuft.

Fazit: „Ich weiß, was ich kann, aber wenn dann die Ergebnisse nicht stimmen muss man sich schon fragen, ob es noch Sinn macht.“

Zumindest kann, zumal angesichts der momentanen Schneeverhältnisse, weiter gut in Oberhof trainiert werden. „Natürlich müssen wir dabei Hygienekonzepte einhalten, aber man muss doch sagen, dass wir als Leistungssportler von der Corona-Pandemie keineswegs so eingeschränkt sind wie das in anderen Lebensbereichen der Fall ist.“

Seit dem Dienstag sind die Hauptstrecken am Grenzadler den Weltcup-Skijägern vorbehalten, aber auch das zweite Loipennetz dort, für die Athleten des Oberhofer Stützpunkts, sei gut präpariert. „Nur wenn man raus auf den Rennsteig geht, der könnte ruhig noch ein bisschen mehr Schnee vertragen.“

Corona-bedingt wird Erik Weick allerdings ebenso wenig innerhalb der berühmt-berüchtigten „Weltcup-Blase“, die Corona-bedingt ab jetzt über zwei Wochen hinweg bis zum 17. Januar gebildet werden muss, dabei sein können wie so viele Biathlon-Liebhaber und -Zuschauer, denen in diesem Winter der Weg an den Grenzadler verwehrt bleibt. „Aber die Bedingungen sind sehr gut und ich denke, die beiden Weltcups werden erfolgreich sein“, meint der Mann vom SV Eintracht Frankenhain. „Dass keine Zuschauer dabei sein können erlaubt andererseits, dass man sich stärker auf die Rennen selbst konzentrieren kann. Oberhof kann sich da gut präsentieren.“

Ob er aber selbst seinen „Luftstand“ in dieser Saison noch einmal verlassen und noch einmal festen (Wettkampf-)Boden unter den Füßen bekommen kann, bleibt vorerst offen. „Ich werde aber in den Rennen, die sich noch ergeben, auf jedem Fall mein Bestes geben.“

 

Autor

 

Bilder