Lokalsport Ilm-Kreis Arnstadts Kapitän Martin Skaba setzt auf Heimstärke

Voller Einsatz: Martin Skaba (in Rot, am Ball) im inzwischen fast schon legendären Arnstädter Aufstiegs-Halbfinalspiel gegen den FSV Schleiz, das der SV 09 Foto: Berit Richter

Nach dem Oberligaaufstieg setzt der Kapitän des SV 09 Arnstadt, Martin Skaba, vor allem auf die Heimstärke seiner Mannschaft.

Arnstadt - Im Sommer 2017 kam Martin Skaba vom Thüringenligisten FC An der Fahner Höhe zum SV 09 Arnstadt und avancierte dort als rechter Außenverteidiger zum Stammspieler und Kapitän. In diesem Sommer holte er mit seiner Mannschaft den größten Erfolg: Mit zwei Siegen zu Hause gegen den FSV Schleiz (3:2 n. V.) und bei Preußen Bad Langensalza (2:1) packte der SV 09 Arnstadt die sich am Saisonende 2020/21 unerwartet eröffnende Chance auf den Oberliga-Aufstieg beim Schopfe. Dafür wurden seine Mannschaft und der Verein am vergangenen Freitag mit dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt geehrt. Dort sprachen wir mit dem bald 31-Jährigen.

Martin Skaba, nochmals ausdrücklichen Glückwunsch zum Oberliga-Aufstieg! Aber nennen Sie mir doch mal drei Gründe, warum der SV 09 Arnstadt am Saisonende 2021/22 nicht unter den Oberliga-Absteigern sein wird!

Oh, da erwischen Sie mich jetzt aber reichlich auf dem falschen Fuß ... (überlegt eine Weile) Also, erstens: Wir sind ein Überraschungsaufsteiger. Uns kennen die meisten Gegner nicht, und sie werden uns bestimmt zunächst mal unterschätzen. Das müssen wir ausnutzen. Zweitens: Wir haben uns nach dem Aufstieg gut verstärkt. Es sind neue Leute gekommen, die uns gezielt auf den bisherigen Problempositionen helfen können, zum Beispiel auf den Außenbahnen. Da haben wir mit Marco Pusch, Patrick Hädrich, Kai Polotzek und auch Enes Hoppe Spieler bekommen, die alle auch bereits schon einmal in Oberliga-Vereinen aktiv waren. Und drittens: Für einen Aufsteiger haben wir eine ungewöhnlich hohe Zahl an Spielern mit höherklassiger Erfahrung und eigentlich auch einen recht breit aufgestellten Kader. Vielleicht könnten wir noch ein, zwei gestandene Leute so im Alter um die 30 Jahre gebrauchen, etwa wie Silvano Varnhagen, die noch etwas mehr Erfahrung in die Mannschaft bringen würden.

Und was wird Ihnen beim Unternehmen Klassenerhalt voraussichtlich am meisten im Wege stehen?

Dass es so viele Absteiger geben wird. Normalerweise steigt man ja auf und hat dann das Ziel, mindestens drei Mannschaften hinter sich zu lassen. Das ist aber in diesem Jahr anders: Wegen der zwei Saisonabbrüche hintereinander spielen jetzt 19 Mannschaften in der Staffel Süd der Oberliga Nordost, und es werden am Ende mindestens vier und maximal sechs Absteiger sein. Da kommt es natürlich vor allem darauf an, beim Saisonstart nicht gleich in diese gefährliche Zone abzurutschen. Man darf sich als Aufsteiger keine große Eingewöhnungsphase leisten, sondern muss von Anfang an punkten. Das ist aber eine echte Herausforderung, auch weil es gleich eine englische Woche geben wird. Aber da haben wir den wichtigen Vorteil, am Beginn zweimal zu Hause spielen zu können. Da müssen wir zu einer Heim-Macht werden – egal gegen wen es geht.

Es geht konkret gegen den FC An der Fahner Höhe, am Mittwoch, den 18. August, um 18 Uhr. Das dürfte ein höchst spektakuläres Derby werden – auch für Sie, denn Fahner Höhe ist Ihr alter Verein ...

Ja, ich habe dort gespielt, als der Verein die Aufstiegschance zunächst nicht genutzt hatte – auch ein Grund, warum ich dann nach Arnstadt gewechselt bin.

Inzwischen ist Fahner Höhe aber doch aufgestiegen, hat sich in seinen zehn Spielen der Vorsaison erstaunliche 13 Punkte geholt und Platz zehn belegt, weit weg vom Abstiegsfeld.

Sie haben das getan, was auch für uns wichtig ist: Erfahrene Spieler geholt. Jens Möckel und Maik Baumgarten waren früher ja sogar Drittligaspieler. Insgesamt hatte Fahner Höhe in der letzten Saison einen Kader stehen, mit dem man auch tatsächlich eine gute Rolle in der Oberliga spielen kann.

Interview: Ralf Brückner

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