Loipen und Lifte Südthüringen ist bereit für die Wintersaison

Katrin Zeiß
Alleinstellungsmerkmal: Selbst dann, wenn der Schnee in der Natur nicht reicht, können auch Freizeitsportler in der Skihalle in Oberhof ihre Runden drehen. Foto: /(Michael Reichel

Mehr als 100 Saisontage an den Skiliften und 88 Tage, an denen Langlauf möglich war – der zurückliegende Winter im Thüringer Wald war nicht schlecht. Klappt das in dieser Saison auch?

Der erste Schnee ist gefallen, das Schneetelefon geschaltet: Die Wintersportorte im Thüringer Wald hoffen auf einen ähnlich guten Winter wie in der vergangenen Saison. Was die Schneedecke betrifft, sei die Rennsteigregion aber noch nicht so weit wie im Vorjahr, sagte Stefan Ebert vom Regionalverbund Thüringer Wald am Wochenende auf Anfrage. „Voriges Jahr konnten schon am 1. Dezember die ersten Loipen in Oberhof und Masserberg gespurt werden.“ Dafür müssten mindestens 25 Zentimeter Schnee liegen.

Zumindest Alpinskifahrer können sich Hoffnungen auf erste Bergabfahrten machen. Voraussichtlich am kommenden Samstag, 10. Dezember, sollen die ersten Skilifte in Betrieb gehen. Das betrifft etwa den Fallbachhang in Oberhof und die Arena Silbersattel in Steinach. Die Alpinanlagen im Thüringer Wald gelten als familienfreundlich und für Anfänger geeignet.

Hoch im Kurs steht die Region vor allem bei Skilangläufern. Bis zu 1400 Kilometer Langlaufrouten können Ebert zufolge in diesem Jahr in Thüringer Wald und Rhön gespurt werden, wenn ausreichend Schnee liegt. In einigen Regionen müssten sich Skiausflügler allerdings auf Einschränkungen durch Forstarbeiten einstellen, betroffen sei etwa die Eisenbergrunde bei Suhl.

Alpinskifahrer sollen in der neuen Saison insgesamt 20 Liftanlagen nutzen können. In den Ticketpreisen schlägt sich die Inflation nieder. Die Preise seien im Schnitt um etwa zehn Prozent gestiegen, sagte Ebert. „Trotzdem ist es im Thüringer Wald nicht exorbitant teuer geworden.“ Am Fallbachlift kostet die Tageskarte nach Angaben auf der Lift-Website für Erwachsene 26 Euro, für Kinder 19 Euro.

Ein Dauerproblem dürften auch in dieser Saison die Parkplätze in der Rennsteigregion bleiben. Vor allem an Wochenenden reichen sie bei guten Schneeverhältnissen seit Jahren nicht aus. Allerdings sei der Rennsteig aus Richtung Erfurt und Coburg auch recht gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar, sagte Ebert. An Wochenenden und Feiertagen etwa verkehre der Rennsteig-Shuttle, eine Regionalbahn, viermal täglich von Erfurt bis zum Bahnhof Rennsteig.

Die Schneefälle der vergangenen Tage hatten Thüringen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes Schneedecken zwischen zehn und 20 Zentimetern gebracht. Das reichte am Wochenende noch nicht für erste Skitouren. Zudem dämpfte dichter Nebel über weiten Teilen des Freistaats die Laune auf Winterspaziergänge. Das lockte etwa im Thüringer Wald kaum Menschen auf die noch dünn beschneiten Wanderwege, wie Webcambilder vom Rennsteig zeigten.

„Es bleibt auch trüb“, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Leipzig. Bis Mitte der Woche sollen sich den Meteorologen zufolge die Temperaturen im leichten Plusbereich bewegen, Niederschläge sollen meist als Regen fallen, im Bergland könnte es Schnee werden.

Auf einen guten und schneereichen Winter hoffen in dieser Saison aber nicht nur die Freizeitsportler. Mit den Weltmeisterschaften im Rennrodeln im Januar und den Titelkämpfen der Biathleten im Februar ist Oberhof im kommenden Jahr gleich Gastgeber von zwei Spitzensport-Veranstaltungen. Nach Angaben des Regionalverbundes seien die Unterkünfte für beide Ereignisse bereits gut gebucht. Das gelte vor allem für die Tage der Biathlon-WM vom 8. bis zum 19. Februar. Sie fällt in den gleichen Zeitraum wie die Winterferien in Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen.

In der Wintersaison 2021/22 war nach Angaben des Regionalverbundes an insgesamt 88 Tagen Langlauf im Thüringer Wald und in der Rhön möglich, die Lifte brachten es auf 105 Saisontage. Mit 123 000 Skifahrern hätten die Lifte sogar ein Allzeithoch verzeichnet. Meinung

 

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