Update aus Altenberg Es trifft auch Thüringens Erec Bruckert

Wieder stürzen im anspruchsvollen Eiskanal von Altenberg zwei Viererbobs. Ein Schweizer verletzt sich schwer. Auch Zweierbob-Weltmeister Lochner erwischt es. Sein WM-Start ist fraglich.

Ein Wagen der Bergwacht steht 2012 vor der Kurve in die der kanadische Viererbobpilot Chris Spring und seine Crew beim Training zum Weltcup in Altenberg geprallt war. Auch beim Training zum Weltcup an diesem Wochenende gab es zwei schwere Stürze. Foto: dpa/Egbert Kamprath

Das Auftakttraining zum Bob-Weltcup in Altenberg ist von zwei schweren Stürzen überschattet worden. Zweierbob-Weltmeister Johannes Lochner aus Berchtesgaden stürzte mit dem Viererbob in der Kurvenpassage 13/14, wie auch der Schweizer Pilot Michael Vogt. „Wir klären gerade ab, ob im Bereich Halswirbel bei Hansi etwas passiert ist“, sagte Cheftrainer René Spies am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Leichte Entwarnung gibt es für Anschieber Erec Bruckert vom BRC Thüringen, der aus dem Gefährt geschleudert wurde. Er wurde danach zur Untersuchung ins Krankenhaus gefahren.

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WM-Mitfavorit Lochner muss auf den Weltcup an diesem Wochenende verzichten. „Jetzt müssen wir schauen, ob es für die WM in Winterberg reicht“, sagte Spies. Die Titelkämpfe im Hochsauerland starten in der kommenden Woche.

Noch schlimmer erwischte es den Schweizer Bob in dieser schwierigen Passage. Vogts Anschieber Sandro Michel wurde ebenfalls aus dem Bob geschleudert. Nach dem Sturz rutschte der 210 Kilogramm schwere Schlitten vom ansteigenden Zielauslauf über die Bahn zurück und erwischte den benommen auf dem Eis liegenden Schweizer mit voller Wucht. In einer solchen Situation kann ein Viererbob eine Geschwindigkeit von rund 50 bis 60 Kilometer pro Stunde erreichen.

Dabei verletzte sich Michel schwer. Der 27-Jährige wurde mit dem Helikopter ins Krankenhaus nach Dresden geflogen. Wie der Schweizer Verband Swiss Sliding am Mittwoch mitteilte, zog sich Michel Verletzungen am Brustkorb sowie im Becken- und Oberschenkelbereich zu, die operiert werden mussten. Er sei inzwischen stabil, hieß es. Pilot Vogt habe eine schwere Gehirnerschütterung und Prellungen davongetragen.

Auf der Bahn in Altenberg wurde eine Untersuchung zum Unfallhergang eingeleitet.

Das Portal „TAG 24“ vermeldete jedoch bereits, dass die Athleten die IBSF dazu aufriefen, Sicherheitsbedenken ihrerseits künftig ernster zu nehmen. „Der heutige Tag war ein Unfall, der buchstäblich darauf gewartet hat, zu passieren, weil man auf dieser Strecke verunglückte Schlitten auffängt oder nicht auffängt. Das muss sich ändern“, steht darin. „Nicht hinnehmbar ist jedoch die Art und Weise, wie einer unserer besten Sportler heute bei einem Unfall verletzt wurde. Es gibt Sicherheitsbedenken in unserem Sport, und als Athleten müssen wir unsere Meinung gegenüber der IBSF mit mehr Nachdruck vertreten. Ob es nun um die Protokolle für verunglückte Schlitten geht, um Warnwesten, um die gefährliche Neugestaltung von Ausfahrten und vieles mehr, wir müssen sehen, dass die IBSF die Sicherheit der Athleten tatsächlich ernst nimmt“, hieß es in dem Post auf Instagram. Laut dem Portal wollen sich Athleten am Freitag zusammenschließen, um gemeinsame Bedenken und auch Ideen gegenüber der IBSF zu äußern.