Die Kraft des Unausgesprochenen
Im Zwiespalt zwischen den eigenen Ansprüchen und den Erwartungen der sozialistischen Gesellschaft steht Protagonistin Kristina in einer Reihe mit großen Frauenfiguren wie Christa T. (Christa Wolf) oder Franziska Linkerhand (Brigitte Reimann).
Tetzners erzählerisch präziser Ton bleibt nicht selten im Ungefähren. Ihre poetischen Sätze enden teils im Nirgendwo. Nicht alles wird abgerundet und ausgestaltet – und behält so seine Faszination. "Gegen Wind" ist ein Text über den stillen Widerstand gegen ein Leben, das der Staat bereits entworfen hat.
Und als Nächstes? Die Autorin arbeitet an ihrem dritten Roman. "Ich dachte, ich würde einen Roman schreiben über das, was sich öffnet, wenn man den Tod als Teil des Lebens akzeptiert", sagt die 89-Jährige in einem Gespräch mit dem Gießener Literaturprofessor Carsten Gansel. "Doch zu meiner Überraschung schreibe ich gerade eine Liebesgeschichte."