Es ist mir wieder in die Hände gefallen, dieses kleine Kästchen, das vor Liebe, Herz und Schmerz nur so überzuquellen scheint. Das Kästchen, in dem meine (Ur)Urgroßeltern ihre Liebesbriefe aufbewahrt haben. Was heißt Liebesbriefe? Kunstwerke trifft es besser. Ästhetische Schrift. Schöne Zeichnungen. Hin und wieder eine aufgenähte Locke. Fast scheint es, als würde noch etwas von dem Veilchenduft riechbar sein, den die liebende Urgroßmutter ihren Worten für meinen Urgroßvater beigemischt hat. Kann nicht sein. Nach weit über 100 Jahren hat es sich ausgerochen.