Lichttest Jetzt muss es richtig leuchten

Anica Trommer

Sehen und gesehen werden – das ist auf den Straßen in Südthüringen im Herbst besonders wichtig. Daher bieten die Kfz-Innungsbetriebe auch in diesem Jahr einen kostenfreien Lichttest für Autos und Lkw an.

Oktober ist Lichttest-Monat. Darauf machen Dekra-Prüfer Erik Passekel, FHS-Geschäftsführer Mario Völker, Polizist Thomas Reuß, Obermeister Erhard Hüther und Thomas Edelmann, Geschäftsführer der KFZ-Innung aufmerksam. Foto: M. Bauroth

Zella-Mehlis - Die Meldung ploppt schon seit ein paar Tagen auf: Ein Teil der Autobeleuchtung ist ausgestiegen. Jetzt ist Eile geboten, denn vor allem in der dunklen Jahreszeit sind funktionierende Scheinwerfer – vorne wie hinten – unerlässlich, um zu sehen und gesehen zu werden. Darauf machen die Vertreter der Kfz-Innung Südthüringen, der Handwerkskammer und der Verkehrswacht, der Dekra, des TÜV und der Polizei aufmerksam. Sie laden deshalb im Oktober alle Auto- und Lkw-Fahrer zum Lichttest ein. Geprüft wird unter anderem in allen 260 Betrieben, die der Kfz-Innung Südthüringen angehören.

Nach der Werbung weiterlesen

8000 Tests

Im vergangenen Jahr sind thüringenweit rund 100  000 Lichttests durchgeführt worden, knapp 8000 davon in Südthüringen, blickt der Geschäftsführer der Kfz-Innung, Thomas Edelmann, zurück. Rund 30 Prozent der Fahrzeuge zeigten Mängel – neben defekten auch falsch eingestellte Lampen.

Vor allem die älteren Autofahrer nutzten das Lichttest-Angebot gern, sagt Innungsobermeister Erhard Hüther. Sie würden es meist mit dem Wechsel der Sommer- auf die Winterreifen verbinden. Doch man wolle auch junge Fahrer erreichen, die wiederum öfter in Autos älteren Baujahres unterwegs seien. Daher würde nun auch verstärkt Werbung in den sozialen Netzwerken gemacht.

Beim Lichttest ist die Kontrolle der Beleuchtung kostenlos. Rund 200 000 Euro lässt sich das die Kfz-Innung jedes Jahr kosten. Müssen die Kfz-Mechatroniker aber Hand anlegen an den Scheinwerfern, sie tauschen oder neu justieren, dann ist das kostenpflichtig.

Rostig und blind

In der FHS Fahrzeughandel und Service GmbH auf der Zellaer Höhe kommt das Lkw-Licht auf den Prüfstand. Ist ein Nutzfahrzeug turnusmäßig mit der Wartung dran, werde auch gleich nach der passenden Einstellung der Beleuchtung geschaut, sagt Geschäftsführer Mario Völker. Je älter der Lkw, desto mehr Handarbeit ist dabei gefragt. Festgerostete Einstellschrauben oder blinde Scheinwerfer seien die häufigsten Probleme. Neuere Systeme fielen hingegen kaum aus und müssten auch nicht mehr eingestellt werden, schildert er.

Erst, wenn die Beleuchtung komplett funktioniert, bekommt ein Auto das TÜV-Zertifikat. „Leuchtet eine Lampe nicht, dann ist das ein grober Mangel. Der muss behoben werden. Dann kann das Auto zur Nachprüfung“, schildert Erik Passekel von der Dekra.

Jedes Fahrzeug, das im Oktober den kostenfreien Lichttest durchlaufen hat, erhält schließlich einen Aufkleber. Auf den achten auch die Suhler Polizisten. Denn vor allem im Herbst schauen die Beamten besonders genau hin, ob alle Scheinwerfer an den Autos funktionieren. Mit dem Aufkleber haben sie die Sicherheit: Da hat bereits ein Fachmann draufgeschaut. Fehlende Beleuchtung stelle eine Gefahr dar, die nicht wegzudiskutieren sei, betont Polizist Thomas Reuß. Wird ein Autofahrer erwischt, gibt’s einen Mängelschein. Die Lampe muss ersetzt und das Auto bei der nächsten Polizeiwache vorgestellt werden, erläutert Thomas Reuß den Werdegang.

Größte Innung

Rund 260 Betriebe mit insgesamt etwa 2000 Beschäftigten gehören der Kfz-Innung Südthüringen an. Derzeit werden rund 500 Lehrlinge zur Kfz-Mechatronikern ausgebildet. „Wir sind damit die größte Innung in Thüringen“, haben Ehrhard Hüther und Thomas Edelmann ausgerechnet.