Letzte Ruhe in Tiefenort Burkhard Altstadt wird im Gedächtnis bleiben

  Foto: Werner Kaiser

Burkhard Altstadt, der Tiefenorter in Gelsenkirchen, ist gestorben. Er wird in seinem Sehnsuchtsort seine letzte Ruhestätte finden.

Burkhard Altstadt hat nach schwerer Krankheit mit 87 Jahren den letzten Weg angetreten. Man trauert in Gelsenkirchen, wo die Familie seit 1952 lebte, wo er als Schuhmachermeister arbeitete – nach dem Ahnherrn Jakob in vierter Generation - und seinen Beruf mit Sammlungen von Werkzeug und Schuhen verschiedener Zeiten und Stile ausschmückte, die schon lange im Tiefenorter Heimatmuseum Altes Amtshaus zu sehen sind. Mit Tiefenort und Heimat ist die weitere Prägung genannt. Burkhard Altstadt wurde hier geboren und ist im Herzen nie weggegangen. Besuche im Dorf an der Werra, bei den Verwandten und Freunden, auf der Krayenburg und der Wacht waren regelmäßig angesagt, dazu die Heimattreffen mit ehemaligen Tiefenortern auf der Westseite der innerdeutschen Grenze. Deren Öffnung 1989 empfand Burkhard als großes Glück, die Fahrt mit der Weihnachtsgans in den Osten ist schon Legende.

Daran schloss sich auch ein Alltag in vielfacher Verbundenheit an. Burkhard stand mit seinen Kenntnissen und Erinnerungen zur Verfügung; seine Großzügigkeit floss in Sach- und Geldspenden. Der Heimat- und Kulturverein und die Krayenburg-Gemeinde würdigten ihn mit der Ehrenmitgliedschaft. Burkhard nahm am Leben Tiefenorts teil, etwa mit seinem vom Gemeinderat angenommenen Vorschlag, Straßen in einem neuen Wohngebiet nach Max Sauerbrey und Carl Schanz zu benennen, die für die Geschichte des Ortes und der Krayenburg bedeutend waren. Alle Höhepunkte besuchte er, darunter natürlich 2015 das Fest rund um die Wegspinne im Verlauf der heutigen Molterstraße. Seitdem erinnert die damals eingeweihte geschnitzte Skulptur- und Sitzgruppe „Jacobs Platz“ an Jakob Altstadt, der die Tiefenorter Linie der Familie begründet hatte und ein sehr beliebter Zeitgenosse gewesen sein muss. Burkhard Altstadt war an seinem Wohnsitz Gelsenkirchen Abonnent und gründlicher Leser der Südthüringer Zeitung; auf deren Aufruf hin, Hobbys zu präsentieren, stellte er beim nächsten Besuch seine Sammlung von Postkarten aus und über Tiefenort vor.

Und ein Projekt, das vor Monaten begann, reicht über sein Ableben hinaus: Max Sauerbrey, der wie kaum ein anderer die Geschichte der Krayenbergregion erkundet hatte, übergab seinen umfangreichen Forschernachlass seinerzeit an Louis Altstadt, und Sohn Burkhard trat mit Freude dieses Erbe an. Seinem Willen entsprechend wird der Schatz aus Publikationen, Dokumenten, Briefwechseln und Notizen schrittweise nach Tiefenort überführt und von Burkhards Cousin Werner Krah sowie vom Heimat- und Kulturverein verwahrt und genutzt. Sein Geburts- und Sehnsuchtsort Tiefenort, wo er seine letzte Ruhe findet, wird sich an Burkhard Altstadt erinnern, als würde er auf „Jacobs Platz“ sitzen wie bei dessen Einweihung.

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