Wenn Eberhard Schellenberger im Osten unterwegs war, hatte er an seiner Seite immer auch die Stasi. Erst nachdem er seine Akte gelesen hat, weiß er, wie enorm er beschattet und beobachtet wurde. Nachdem er Antrag auf Akteneinsicht gestellt hat, kann er 1993 einen Stapel von 400 Seiten einsehen. „Fast müsste ich der Stasi dankbar sein, sonst hätte ich das heute nicht mehr“, sagt er. Und meint damit zum Beispiel seine Berichterstattung über die Unterzeichnung zur Städtepartnerschaft zwischen Würzburg und Suhl. Von Suhl aus ruft er damals seine Redaktion an und gibt auf diesem Weg seine Berichte durch. Und die Stasi hört mit.