Leserfotoaktion Samtpfötchens Lieblingsplätze

Antje Kanzler

Katzen sind wählerisch. Das gilt auch für ihre Lieblingsplätze. Unsere Stubentiger mögen es warm und machen es sich gern bequem, aber sie lieben auch ungemütliche Orte wie winzigkleine Kartons. Aussichtspunkte zählen ebenfalls zu ihren Favoriten. Und manchmal kann Mensch auch gar nicht nachvollziehen, warum seine Mieze ausgerechnet diesen einen bestimmten Platz bevorzugt. Hier ist eine Lieblingsplatz-Auswahl aus unserer Leserfotoaktion zum Weltkatzentag, der am 8. August begangen wird.

Ein eigenes Katzenzimmer für die Stubentiger? Voll für die Katz! Die Miezen sind viel lieber bei ihren Menschen. In deren Umgebung suchen sie sich ihre Lieblingsplätze zum Schlafen, Dösen, Putzen, Beobachten und Kuscheln. Und natürlich haben auch die Freigänger bevorzugte Orte – solche, an denen sie gut beobachten können. Kater Stresemann aus Oberkatz ist zum Beispiel ein Zaungast und Fensterkieker – zur Freude von Bettina Spörer. „Ich selbst habe keine Katze. Aber fast täglich bekomme ich Besuch von Stresemann, dem Kater meiner Schwester aus der Nachbarschaft. Dann sitzt er vor dem Wohnzimmerfenster und schaut nach mir.“

Warm und kuschlig mag es Kätzchen Ella von Familie Frank aus Meiningen. „Wir haben sie kurz vor Weihnachten des letzten Jahres aus dem Tierheim adoptiert. Sie war ein Findelkind, das mit nur wenigen Wochen ohne Mutter aufgefunden wurde. In der Pflegestelle wurde sie liebevoll aufgepäppelt. Heute ist sie mit fast einem Jahr munter und neugierig überall unterwegs und bringt mit ihrer manchmal tollpatschigen und inzwischen auch verschmusten Art umso mehr Spaß in unseren Alltag“, berichten die Franks von ihrer tierischen Mitbewohnerin.

Einen typischen Lieblingsplatz, über den wir Menschen immer wieder den Kopf schütteln, hat Kätzchen Emma aus Meiningen. Taucht irgendwo ein Karton auf, und sei der noch so klein, dann klettert Katze rein. Auch Emma von Familie Gläser. „Nachdem die Kinder aus dem Haus waren, kamen die Katzen. Zunächst Kater Max. Wir durften 20 Jahre unsere Wohnung mit ihm teilen. Er war es, der mir viel Kraft gab, meine Krebserkrankung zu überwinden“, erinnert sich Margit Gläser. „Nelly und Bruno kamen aus dem Tierheim zu uns. Bruno waren nur vier Jahre bei uns vergönnt, eine schwere Krankheit beendete sein Leben. Als Nelly nach fast zehn Jahren ganz plötzlich verstarb, sollte es eigentlich keine Katze mehr geben. Aber unvorstellbar! Seit zwei Jahren hat uns Emma voll im Griff. Sie ist ganz lieb, neugierig, probiert alle möglichen Liegeplätze aus und möchte nicht alleine bleiben!“

Aber welche Katze möchte das schon. Emma, Willi und Rosa von Familie Menger aus Dreißigacker jedenfalls nicht. Auch diese drei legen ein ganz typisches Katzenverhalten an den Tag: Wo Mensch ist, da ist Katze. Gern auch im Bett, sodass dann in einem Mehrkatzenhaushalt Belagerungszustand herrscht.

Eine wunderbare Liebeserklärung macht Falko Müller aus Meiningen Katze Nina und deren Frauchen. „Unserer Nina Hellmuth wurde aus dem Schafstall in Rohr geholt und ganz liebevoll von meiner Freundin Diana aufgepäppelt. Ich kenn das Ninchen seit drei Jahren und bin mindestens genauso verliebt in sie wie in ihr Frauchen ...“

Viele Miezen nutzen ihre Kratzbäume nur, um ihre Krallen zu wetzen oder im rasanten Tempo hinaufzuklettern – geschlafen wird oft woanders. Kätzchen Mimi aus Schwallungen weiß ihren aber sehr wohl zu schätzen. Die sechsjährige dreifarbige Glückskatze ist zu Hause bei Frauchen Melissa Abe in Schwallungen: „Sie wohnt, seit sie ein kleines Kätzchen ist, bei mir und erfreut mich jeden Tag.“

Eine andere Glückskatze, Biene, schien kein solches Glück zu haben. Seit August 2011 lebte sie bei bei Familie Dittmar in Aschenhausen. „Anfang März 2020 geschah das für uns Unfassbare. Unter der warmen Motorhaube unseres Pkw fuhr sie unbemerkt mit uns. Nach circa sechs Kilometern konnte sie sich nicht mehr halten und stürzte während der Fahrt aus dem Motorraum auf die Straße“, erinnern sich die Dittmars an den schrecklichen Tag. Sofort fuhren sie zurück und schauten nach ihrem Liebling. „Wir konnten sie aber nicht mehr finden. Viele Wochen suchten wir nach Biene. Die Ungewissheit, was aus ihr wurde, schmerzte sehr. Abend für Abend schauten wir am Fenster, ob sie wieder vor der Tür steht. Doch mit der Zeit schwand die Hoffnung. Dann plötzlich, nach etwa vier Monaten, wurde der Name Glückskatze wahr, als Biene eines Abends vor der Haustür stand. Etwas abgemagert, aber ansonsten völlig unversehrt hatte sie ihr Zuhause wiedergefunden. Die Freude war riesig“, erzählt Familie Dittmar ihre Katzengeschichte mit Happy End.

Die elfjährige BKH-Katze Rosalie von Familie Brandenburg aus Bettenhausen hält sich nur in der Wohnung auf. „Dabei ist ihr Lieblingsplatz der Ohrensessel - doch da sind mittlerweile noch zwei Katzen hinzugekommen in Form eines Kissens und eines selbstgehäkelten Stubentigers. Nach Rosalies Gesichtsausdruck ist ihr das gar nicht so recht“, vermutet ihr Frauchen.

Ein Tausendsassa lebt bei Jacqueline Setzke in Meiningen. „Speedy Gonzales, die alte Kinderserie, könnte neu verfilmt werden mit Cooper in der Hauptrolle. Dieser Wirbelwind hält daheim alle auf Trapp und hat es faustdick hinter den Ohren“, sagt Frauchen. Seine Katzen-Mitbewohner jagt er durch die ganze Wohnung. Andererseits lässt sich der begeisterte Schmuser auch liebend gerne kraulen.

Katze Hexe lebt seit Herbst 2017 – da war sie drei – bei Familie Pocher in Meiningen. „Sie wurde Hexe getauft, weil sie sich am Anfang in unserem Zuhause wie eine Hexe benommen hat. Inzwischen ist sie eine kleine Diva geworden und schreit mächtig, wenn ihr etwas nicht passt. Am liebsten liegt sie im Garten (vorher war sie eine reine Wohnungskatze) oder im Haus auf dem Sofa“, beschreiben die Pochers ihre geliebte Hexe.

Die Mieze von Sabine Waldow aus Zella-Mehlis heißt Katze Behringen oder auch Katzenliebling. Geboren wurde sie Ostern vor zwölf Jahren in einer Behringer Scheune. Seither lebt sie bei den Waldows. „Katze ist eine sehr gute Mäusejägerin und bringt uns gern lebende Mäuse ins Haus. Die fangen wir dann und bringen sie in die Natur zurück. Katze kommt gern zum Kuscheln, erzählt von ihren Abenteuern und liebt ihre Freiheit über alles.“

Glückskätzchen Mary Poppins hatte das Pech, von einem Auto angefahren zu werden. Sie wurde am Hinterbein operiert und kam ins Tierheim, wo sie vor eineinhalb Jahren von Familie Casper aus Oepfershausen adoptiert wurde. „Wir haben Mary gleich ins Herz geschlossen und wussten, sie passt zu uns. Der MDR hatte sie in seiner Tiersendung vorgestellt und dann auch berichtet, wie wohl sie sich im neuen Zuhause fühlt. Sie ist mittlerweile ein fester Bestandteil unserer Familie und genießt ihre Freiheit in Haus und Garten“, schreibt Peter Casper.

 

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