Ich habe Könige kommen und gehen sehen, Kühe aus Gräben ziehen lassen und Dorfversammlungen erlebt, bei denen das Ende der Welt harmloser wirkte.
Ich habe Könige kommen und gehen sehen, Kühe aus Gräben ziehen lassen und Dorfversammlungen erlebt, bei denen das Ende der Welt harmloser wirkte.
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Was die Lengfelder hier auf die Beine gestellt haben, war kein gewöhnliches Dorffest. Das war der beste Beweis dafür, dass in einem kleinen Dorf alles möglich ist. Vorausgesetzt, irgendjemand kennt jemanden, der jemanden kennt, der noch schnell mit anpackt.
Der Start versprach bereits Spannung. Kurzfristig musste die Besetzung für Theke und Bar neu organisiert werden, weil die ursprüngliche Crew absagen musste.
Ein riesiges Dankeschön gilt Danny Brohm, der sein Festzelt für die gesamte Festwoche zur Verfügung stellte. Ohne Dach über dem Kopf feiert es sich eben nur halb so ausgelassen
Vom Fanfarenzug über Feuerwehren, Kirmesgesellschaften, Faschingsvereine und Schützenverein bis hin zum Weihnachtsmann war alles beim Festumzug vertreten.
Jedes Bild war mit viel Liebe vorbereitet, originell und voller Witz. Die Zuschauer säumten die Straßen, lachten, klatschten und hatten sichtlich ihren Spaß. So muss ein Festumzug aussehen: bunt, lebendig und mit genau der richtigen Portion Selbstironie.
Besonderes Aufsehen erregten die Bischofröder, die Lengfeld kurzerhand in „Bad Lengfeld“ umbenannten. Auslöser war das neue Kneipp-Becken von Lengfeld, das inzwischen fast so viele Meinungen hervorgerufen hat wie früher der richtige Standort des Maibaums.
Natürlich blieb es nicht nur bei der Umbenennung. Der Bürgermeister wurde standesgemäß im Kneipp-Becken getauft. Ob freiwillig oder mit sanfter Überzeugungshilfe, darüber schweigen meine Chroniken. Fest steht nur: Diese Taufe war so gelungen, dass sie es mit ziemlicher Sicherheit bis in die nächste Kirmespredigt schaffen wird. Manche Geschichten schreiben sich eben von selbst.
Am Abend spielte die Band MAD aus Gotha. Mit geborgter Sängerin und anderem Techniker hätte man meinen können, das werde eine spannende Generalprobe.War es aber nicht.
Auch an diesem Abend zeigte sich wieder, was ein Dorf ausmacht. Überall wurde geholfen, angepackt und unterstützt. Und während andere Orte lange nach Ehrenamtlichen suchen, scheinen sie in Lengfeld einfach hinter jeder zweiten Haustür zu wohnen.
Der Sonntag begann etwas gemütlicher. Beim Frühschoppen spielte die Breitenbacher Blaskapelle auf, bevor am Nachmittag der Fränkische Dreiklang übernahm. Es wurde geschunkelt, geplaudert und der ein oder andere behauptete tapfer, die müden Beine kämen ganz bestimmt nicht vom Tanzen.
Während die Erwachsenen Musik genossen, gehörte der Festplatz den Kindern. Kletterwand, Hüpfburg, Bogenschießen, Holzpuzzle in Übergröße, Kinderschminken, Malstraße und Planschbecken sorgten dafür, dass niemand auf dumme Gedanken kam. Wobei die Planschbecken an diesem heißen Sonntag vermutlich nicht nur für Kinder verlockend aussah.
Für das leibliche Wohl sorgte Detlev Schröter mit dem Mittagessen.
Im Dorfgemeinschaftshaus warteten sowohl am Samstag als auch am Sonntag Kaffee und unzählige selbstgebackene Kuchen.
Zum Glück stand an beiden Tagen auch Susi mit ihrem Eiswagen bereit. Bei diesen Temperaturen war das Eis keine Süßigkeit mehr, sondern Teil des Katastrophenschutzes.
Am Sonntag konnten außerdem handgefertigte Lengfelder Souvenirs bestaunt und erworben werden. Schließlich braucht man etwas, das einen noch Jahre später daran erinnert, wie schön dieses Wochenende war.
Das Festkomitee fiel sich erleichtert in die Arme. Wochen und Monate der Vorbereitung lagen hinter ihnen, unzählige Arbeitsstunden, Sitzungen, Telefonate und spontane Lösungen ebenso. Nun durfte endlich einmal durchgeatmet werden.
Mein Dank gilt allen Helferinnen und Helfern, den Vereinen, Mitwirkenden, Unterstützern und natürlich dem gesamten Festkomitee. Ihr habt gezeigt, dass ein Dorf nicht an seiner Einwohnerzahl wächst, sondern am Zusammenhalt.
So schließt sich das Kapitel des Festwochenendes der 1200-Jahrfeier.
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