Bevor russische Panzer in die Ukraine vorrückten, wurde die deutsche Außenministerin nicht müde, dem russischen Präsidenten ernste Folgen anzukündigen. Deutschland werde Konsequenzen ziehen, erklärte Baerbock, „auch wenn dies einen hohen wirtschaftlichen Preis hat.“ Eine Drohung, die im winterlichen Januar kaum jemand ernst nahm. Mittlerweile dämmert vielen, wer diejenigen sein könnten, die diesen Preis bezahlen sollen. Wer mit dem Gehalt einer Außenministerin ausgestattet ist, braucht steigende Gas-, Strom- oder Benzinpreise nicht zu fürchten. Andere müssen das schon. Und die fragen sich gerade, ob ihnen die deutsche Regierung wirklich die Aussicht, demnächst vielleicht in einer kalten Bude zu hocken oder Heizkosten nicht mehr bezahlen zu können, zumuten will.
Leitartikel Wer Gas braucht, muss mit Moskau reden.
Peter Lauterbach 01.09.2022 - 19:04 Uhr