Vielleicht hätte Claudia Roth diesen Film wirklich sehen, Erich Maria Remarques Roman „Im Westen nichts Neues“ wirklich lesen sollen. Vermutlich hat sie es nicht getan. Sonst hätte sie wohl gemeinsam mit Paul Bäumer, dem deutschen Landser, im Schützengraben gelegen. Ihr wären die Kugeln um und seine Gedanken durch den Kopf geschossen: „Wir haben den Krieg nicht gewollt, die anderen behaupten dasselbe – und trotzdem ist die halbe Welt feste dabei“, denkt Paul Bäumer. Er denkt auch an den „Feind“, den er gerade erschossen hat. Wenn der nur zwei Meter weiter links gelaufen, ihm dadurch nicht in die Quere gekommen wäre! So aber... Er denkt an Menschen im Lazarett, die sich die vom Gas verbrannten Lungen aus dem Leib kotzen, die aus dem Bett ans Fenster kriechen und davorliegen, „als hätten sie zum letzten Mal hinaussehen wollen.“ Und dann sagt er: Die klügsten Gehirne der Welt würden Worte und Waffen erfinden, „um das alles noch raffinierter und länger dauernd zu machen.“