Die in Eisenhüttenstadt aufgewachsene Journalistin Sabine Rennefanz hat kürzlich im Spiegel den Aufstieg der AfD vor allem im Osten als „Rache der Übergangenen“ erklärt. Als eine Art Ohnmachtsgeste, mit denen all jene auf sich aufmerksam machen wollten, die von der Politik einfach übergangen werden. Da ist etwas dran. Niemand wird ernsthaft behaupten wollen, die Hälfte der Menschen im Sonneberger Land, die letzten Sonntag zur Wahlurne schritten, fände es cool, rechts zu wählen. Es mögen Reichsbürger unter ihnen sein, Nazis, überzeugte AfD-Anhänger – gar keine Frage. Aber es wäre wohl kein Wunder, würden viele jener, die für den Landratskandidaten Robert Sesselmann stimmten, mit der AfD gar nichts am Hut haben. Würden sie weder ein Faible für das Programm dieser Partei haben, noch für die rechtsextremen Überzeugungen eines Björn Höcke.