Leichtathletik Werfen im Senioren-Mekka

Theo Schwabe
Alles, was man braucht direkt vor der Haustür: Ines Jaensch. Foto: Theo Schwabe/Theo Schwabe

Auch wenn es keine deutschen Leichtathletik-Titelkämpfe waren, lockte der Wurf-Mehrkampf dennoch gut 50 Starter nach Zella-Mehlis.

„Wir sind sehr dankbar“, so die mehrfache Ü70-Seniorenweltmeisterin Eva Nohl vom TSV Langenzenn aus Oberfranken, „dass der TSV Zella-Mehlis nach der unverständlichen Absage der Deutschen Meisterschaften diesen beliebten Wurf-Mehrkampf trotzdem ausgerichtet hat.“ Nohl schmückte sich erst jüngst bei den Senioren-Weltmeisterschaften im finnischen Tampere mit Gold und Silber im Hammer- und Gewichtwurf sowie im Wurf-Fünfkampf. Aber wahrscheinlich genauso wichtig wie eine WM ist vor allem Zella-Mehlis für die 74-Jährige, wo sie mit den besten deutschen Seniorinnen in den Ring steigen kann. Zuletzt am jüngsten Wochenende.

Mit Freunden messen – und plaudern

Das trifft sowieso für die heimischen Starter zu. So möchten auch die Lokalmatadoren Ines Jaensch und Hans-Jürgen Lange vom TSV Zella-Mehlis, Susann Schmieder (LAV Elstertal Bad Köstritz) sowie die Erfurter Wigbert Kohl und Manfred Löhn diese Wurfwettkämpfe auf der Anlage der Arena „Schöne Aussicht“ nicht missen.

„Eigentlich bin ich durch meinen Sohn Tobias zur Leichtathletik gekommen“, sagt Ines Jaensch. Nachdem er als Rennrodler seine Laufbahn beendete und zum Ausgleich eine andere Sportart, die Leichtathletik, beim TSV Zella-Mehlis fand, konnte sich auch die Mama dafür motivieren. „Es hat Spaß und Freude gemacht. Auch, weil man viele neue Bekanntschaften schließen konnte, wie eben mit Susann Schmieder.“

Jubiläum soll 2023 nachgeholt werden

Eigentlich können alle Starter froh sein, dass sich Zella-Mehlis als Mekka des leichtathletischen Seniorensports etabliert hat. „Das wäre heute die zehnte Deutsche Seniorenmeisterschaft im Werferfünfkampf gewesen“, sagt Günter Karl, Abteilungsleiter Leichtathletik beim TSV. Den Grundstein für diese anerkannte Meisterschaftsserie legte einst der mehrfache deutsche Seniorenmeister Werner Erben, der mittlerweile nicht mehr aktiv ist, aber trotzdem kurz vorbeischaute, ob er diesen oder jenen Sportskameraden noch antrifft.

Viele der Aktiven sind in die Jahre gekommen und nicht mehr dabei. Trotzdem bleibe Zella-Mehlis auch für die Nachrücker eine Top-Adresse, an der man nicht vorbeikomme, wie der 85-jährige Heinz Janson (TV Groß-Gerau) aus Rhein-Hessen zu verstehen gibt. Solche Worte waren natürlich für die Wettkampfmacher um Günter Karl und den Ohrdrufer LV bestimmt. „Wenn schon keine Deutsche Meisterschaft, dann sind es eben nationale Vereinsmeisterschaften“, so Karl. Mindestens die soll es auch künftig geben. „Und natürlich bleiben wir nicht untätig“, sagt Karl. 2023 soll die ausgefallene Deutsche Meisterschaft nachgeholt werden.

Rekorde jagen, egal in welchem Alter

Die Athleten jedenfalls scheinen bereit zu sein: Ines Jaensch freute sich genauso riesig über ihre neue Bestleistung von 9,17 Meter im Gewichtwurf wie Hans-Jürgen Lange nach seiner langen Verletzung über die 22,59 Meter beim Speerwerfen. Bestweiten und Rekorde wollen alle, egal in welcher Altersklasse, so der einhellige Tenor aller Teilnehmer. Schließlich stünden demnächst in Erding die Deutschen Seniorenmeisterschaften an, sagt Ines Jaensch.

„Ich werde aber dort nicht starten. Das ist mir ein wenig zu aufwendig, habe ich doch auch in Zella-Mehlis einen Top-Vergleichskampf vor der Haustür. Mit 2244 Punkten belegte Jaensch Platz drei hinter Susann Schmieder und Carmen Krug (SSC Vellmar) mit 3442 Punkten. Hans-Jürgen Lange landete in der M65 auf Rang vier mit 2432 Punkten und die Erfurter Senioren mit Manfred Löhn konnten sich mit Rang drei (2587) und Wigbert Kohl als Fünfter (2293) recht erfolgreich in Szene setzen.

Alle Ergebnisse gibt’s hier.

 

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