Leichtathletik Von der Außenseiterin zur Meisterin

Erfolgreiches Trio: Trainer Peter Grüneberg mit seinen beiden erfolgreichen Hochspringerinnen Anna Amalie (links) und Lotta Luisa Riechel. Die Schwestern vom WSV Steinbach/LG Ohra Energie holten Gold und Silber bei den Mitteldeutschen U16-Leichtathletik-Meisterschaften Foto: Reißmüller

Eine Hundertstel fehlt Enders

Haldensleben - Äußerst erfolgreich gestalteten die drei jungen Vertreter aus unserem Sportkreis ihren Auftritt bei den mitteldeutschen Meisterschaften der U 16-Leichtathleten. Anna Amalia Riechel (WSV Steinbach/LG Ohra Energie) und Jonathan Enders (1. TSV Bad Salzungen) gehörten zum Starterfeld der AK 15, Lotta Luisa Riechel (WSV Steinbach/LG Ohra Energie) in jenes der AK 14.

Den Auftakt bei den Meisterschaften der drei Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen in Haldensleben bestritten die Riechel-Schwestern, die sich beide für den Hochsprungwettbewerb qualifiziert hatten. Für Anna Amalia lief es bestens. Sie blieb zunächst als einzige ohne Fehlversuche. Da die Meisterschaftsfavoritin Charlotte Lässing (SV Halle) bei der Höhe von 1,60 Metern patzte, nutzte die Bad Liebensteinerin ihre Chance. Sie meisterte diese Höhe, die sie schon oft übersprungen hatte, gleich im ersten Versuch. Danach ließ sie sich, nur noch allein im Wettbewerb befindend, die Latte auf 1,63 Meter legen. Unter der Woche überquerte sie diese Höhe im Training einige Male, in Haldensleben scheiterte sie dreimal ganz knapp. „Es war wohl auch etwas die Luft raus, nachdem feststand, dass ich gewonnen habe“, verrät die 15-jährige Gymnasiastin, die als Wintersportlerin für den WSV Steinbach startet und sich sichtlich über diesen nicht zu erwartenden Titel freute. Um in der Leichtathletik an offiziellen Meisterschaften teilnehmen zu dürfen, müssen die Aktiven in einem im Thüringer Leichtathletik-Verband zugehörigen Verein gemeldet sein. Also starten Anna und Lotta im Stadionrund für die LG Ohra Energie.

Auch ihre um ein Jahr jüngere Schwester Lotta Luisa lieferte einen feinen Wettkampf ab und zeigte Nervenstärke. Im Feld der elf Starterinnen begann auch sie mit einem gültigen Versuch. Bei der Höhe von 1,45 Metern trennte sich bereits die Spreu vom Weizen. Auch die 1,50 Meter nahm sie im ersten Versuch, während die Konkurrenz bis auf die neue Meisterin scheiterte. Auch die beiden Drittplatzierten übersprangen noch diese Höhe, rissen aber, wie Lotta, die 1,55 m. Aufgrund der weniger absolvierten Sprünge durfte sich die Athletin, die als Skilangläuferin hauptsächlich am Oberhofer Sportgymnasium trainiert, über ihre erste Silbermedaille bei mitteldeutschen Meisterschaften freuen. Zum Abschluss des Wettkampftages standen nach sechs Stunden die Staffelentscheidungen an. Mit der LG Ohra Energie belegten Anna und Lotta Riechel den achten Platz von elf Staffeln. Der Abstand zu den drei erstplatzierten reinen Sprintstaffeln betrug über eine Sekunde. Erfurt und Jena stellten keine Staffel.

Nach dem langen Tag in Haldensleben trat die junge Athletin vom WSV Steinbach einen Tag später in Oberhof beim Crosslauf der Wintersportler an. Hinter Johanna Weiß (SC Motor Zella-Mehlis) erreichte sie als Zweitplatzierte das Ziel. Nach ihrer langen Verletzung kommt die Gymnasiastin wieder in Fahrt. Weil auch Schwester Ida beim Kinder- und Jugendsporttag fleißig Medaillen sammelte, war es ein rundum gelungenes Sportwochenende für die Riechel-Schwestern und natürlich ihre engagierten Eltern.

Mittelstreckler Jonathan Enders vom 1. TSV Bad Salzungen lieferte sich über 800 m in der M 15 ein spannendes Rennen mit Fynn Hausner (Hallesche Leichtathletik-Freunde). Zunächst übernahm der Stadtlengsfelder das Tempo, doch Hausner ließ nicht locker und übernahm in Runde zwei die Führung. Auf der Zielgeraden setzte Jonathan Enders zum Endspurt an, am Ende fehlten dem Schwarzschopf eine Hundertstelsekunde zum Sieg. Nach einem kurzen Durchatmen, konnte sich der Erfurter Sportgymnasiast über den zweiten Platz freuen. Immerhin lieferte er bei einer Meisterschaft mit seinen 2:06,50 min eine neue, gute Bestmarke ab, die natürlich auch seinen Erfurter Trainer Enrico Aßmuß erfreute.

Der ebenfalls vielseitige Enders möchte sich neu orientieren und sich künftig auch einmal im Dreisprung und über 1500 m Hindernis ausprobieren, nachdem er ja bereits im Hoch- und Weitsprung mehrfach seine Klasse unter Beweis stellte. „Wenn alles nach Plan läuft, möchte ich bei den deutschen Meisterschaften im September auch im Dreisprung starten“, erklärt Jonathan Enders.

 

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